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53 Mal „Ja“ zur neuen Heimat – OB Gerhard Möller händigt Einbürgerungsurkunden aus

Fulda (cp). „Weil zwei meiner Kinder hier geboren sind und Fulda eine besonders schöne Stadt für Kinder ist, bedeutet mir die Einbürgerung sehr viel“, erklärte Venira Suleymanova, die ursprünglich aus Usbekistan stammt. Zusammen mit ihren beiden Töchtern Esther und Laura erhielt sie mit 50 weiteren Personen aus insgesamt 19 Ländern die Einbürgerungsurkunde von Oberbürgermeister Gerhard Möller. Während die größte Gruppe der Eingebürgerten aus der Türkei ist, reichen die Herkunftsländer von Kongo, Marokko und Kasachstan über Ungarn, Polen und Mazedonien bis nach Jordanien, Griechenland und Vietnam.

„Integration ist immer eine Einzelentscheidung – man sagt Ja zur neuen Heimat ohne die Herkunft verleugnen zu müssen“, hob der Fuldaer Verwaltungschef im Beisein zahlreicher Ehrengäste hervor. Bei der Verleihung im Marmorsaal des Stadtschlosses waren unter anderem die Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann, der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Peter Makowka, Stadtverordnete und Mitglieder des Magistrats, der Vorsitzende des Ausländerbeirats Nihat Dalmis sowie Vertreter des Bürgerbüros und des Rechts- und Ordnungsamtes der Stadt Fulda anwesend. Die zehnjährige Marina Melikian begleitet den Empfang mit stimmungsvoller Gitarrenmusik.

Von Deutschland begeistert

„Als ich letzte Woche meinen Personalausweis abgeholt habe, war das ein Gefühl der Erleichterung und ich bin fast geschwebt vor Glück“, gestand Anna Manuelli, deren Gesicht vor Freude strahlte. Sympathisch und lebendig legte die 39-Jährige in ihrem persönlichen Erfahrungsbericht dar, wie sie als gebürtige Ungarin vor über 20 Jahren nach Deutschland gekommen ist und sich hier ein Leben aufgebaut hat. Schon als sie in ihrer Kindheit zusammen mit ihrer Familie ihre Verwandten in Deutschland besucht hatte, war dies immer sehr aufregend für sie gewesen. So erinnert sie sich noch immer an den Grenzübertritt – „ein Gefühl der Angst und des Ausgeliefertsein“ – und an ihre damalige Begeisterung für Deutschland – „leckere Apfelschorle, viele Autos und eine große Musikauswahl“.

Während sie nach ihrem Abitur ein Jahr als Au-Pair in Deutschland verbrachte, lernte sie ihren heutigen Ehemann Pierre-Olivier kennen, der für einen Studienaufenthalt aus Frankreich nach Deutschland gekommen war. Nach ihrem Pädagogik-Studium, das Anna Manuelli erst in Ungarn begonnen und dann in Stuttgart weitergeführt hatte, konnte sie schließlich im Jahr 2000 ihre erste Arbeitsstelle in Deutschland antreten. „Ich war bisher nur Gast in Deutschland, obwohl ich mich hier schon immer zu Hause gefühlt habe“, mit diesen Worten erklärte die 39-Jährige die Gründe für ihren Wunsch, eingebürgert zu werden. Zusammen mit ihrem Mann ist die Mutter zweier Töchter vor vier Jahren nach Fulda gekommen und arbeitet seit letztem Jahr bei der Firma Grümel. „Ein Stück meines Herzens ist noch in Ungarn, aber ich bin hier in Deutschland zu Hause“, betonte Anna Manuelli zum Abschluss ihrer Erzählung lächelnd.

Sich in der Gesellschaft engagieren

„Sie sind jetzt gleichberechtigte Bürger dieses Landes und im Besitz aller Bürgerrechte“, stellte Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann heraus und überbrachte die Glückwünsche und Grüße der städtischen Gremien. Außerdem ging sie besonders auf das Wahlrecht ein – „eines der wichtigsten demokratischen Grundrechte“ – und rief die Anwesenden dazu auf, die Entwicklung der Stadt und des Landes auf diese demokratische Art und Weise mitzubestimmen. „Fulda hat so viel zu bieten“, führte sie weiter aus und wies auf die vielfältigen Möglichkeiten und die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hin. Eine dieser Möglichkeit sei der Ausländerbeirat, wie dessen Vorsitzender Nihat Dalmis im Anschluss darlegte. „Wir vertreten die Interessen der in Fulda lebenden Ausländer zum Beispiel gegenüber Behörden“, berichtete Dalmis. Durch Veranstaltungen wie die Interkulturelle Woche solle das friedliche Zusammenleben in Deutschland erleichtert und Vorurteile abgebaut werden.

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