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Pater Dr. Ifeanyi Emejulu verabschiedet

Pilgerzell. Minutenlanges Klatschen und die vielen herzlichen Worte des Dankes können kaum das wiedergeben, was die katholische Kirchengemeinde Pilgerzell zum Abschied ihres Pfarrers, Pater Dr. Ifeanyi Emejulu C.S.Sp.  als Dankbarkeit empfindet. Der Spiritanerpater Ifeanyi verlässt nach zweieinhalb Jahren segensreichen Wirkens Pilgerzell – auf Anweisung seines Ordensoberen in Nigeria. Pater Ifeanyi geht in sein westafrikanisches Heimatland, ,,um hoffentlich bald wieder als Seelsorger in das Bistum Fulda zurückzukehren“. Bischof Algermissen hatte die kurzfristige Entscheidung des Provinzials in Nigeria sehr bedauert und würde sich freuen Pater Ifeanyi wieder im Bistum begrüßen zu dürfen.

In der überfüllten Pfarrkirche hieß Pater Ifeanyi die Gottesdienstteilnehmer dankbar willkommen, um ,,gemeinsam die Verbundenheit im Glauben zu feiern“. Pfarrfest, Kirchweih und Abschied an einem Tag! In der Predigt erinnerte er seine Gemeinde an einen Hausbau, bei dem es darauf ankomme, die Steine in der richtigen Reihenfolge zu setzen, wenn das zu errichtende Gebäude dauerhaften Bestand haben soll. Bei dem geistigen Haus der Kirche sind alle unverzichtbar, denn alle sind lebendige Steine, die Christus, der Eckstein der Kirche, benötigt. Pater Ifeanyi ermutigte die Menschen, ihre jeweils von Gott geschenkten Gaben in die Gemeinschaft einzubringen. Er hatte Aschermittwoch 2010 seinen seelsorglichen Dienst in Pilgerzell aufgenommen. „Auch wenn es für alle kein schöner Anfang war“, wie er rückblickend bekannte, so habe er rasch feststellen dürfen: ,,ich wurde in Liebe und Offenheit empfangen.“ Wertschätzung und ein guter Umgang miteinander haben dazu beigetragen, dass man sich mit der Vergangenheit versöhnen konnte. Immer wieder sei er überwältigt worden von der Großzügigkeit und Herzlichkeit in der Gemeinde. „Wir konnten viel voneinander lernen.“

Ohne solidarisches Teilen gebe es keine menschliche Gesellschaft, sagte Pater Ifeanyi. Die Pilgerzeller und Dirloser sowie viele andere im Bistum Fulda hätten dies beim Bau der beiden Brunnen in seinem Heimatdorf Akwa in vorbildlicher Weise zum Ausdruck gebracht. „Die Bürger von Akwa danken Ihnen allen von Herzen für diesen Liebesdienst.“ Mit Hilfe des „Fördervereins Akwa“, der in Pilgerzell gegründet wurde, wolle er eine Krankenstation und später eine neue Schule bauen.

Pater Ifeanyi dankte zuallererst dem Bistum, besonders dem Hochwürdigsten Herrn Bischof Algermissen, Prof. Stanke und Msgr. Steinert, die seine Tätigkeit hier im Bistum ermöglicht haben. Er dankte Prof. Hartmann, den Mitbrüdern und Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit und gestand der Festgemeinde, dass ihn Deutschland sehr geprägt habe und er eine große Dankbarkeit empfinde. Immer wieder sprach er die Gemeinde an mit: „Meine liebe Gemeinde! Dirlos und Pilgerzell ist mir zweite Heimat geworden. Ein bedeutsamer Abschnitt meines Lebens geht heute zu Ende.“ Abschied von Liebgewonnenem und von Freunden erfüllt mit Wehmut, aber er sei auch glücklich, denn wir wissen, dass wir alle miteinander eine gute Arbeit geleistet haben. Kommen und Gehen gehören zu den Wesenszügen priesterlichen Daseins.

Afrikanische Klänge gehören nun wie selbstverständlich nach Pilgerzell, Dirlos und auf den Florenberg und waren auch am Sonntag zu hören. Besonders erfreuen konnte sich die Gemeinde an den Beiträgen des Chores Edelweiss Pilgerzell, und viele fühlten sich erinnert an das gemeinsame Konzert des Chores mit Pater Ifeanyi bei der Ethno Mass for Peace.

Trommel und afrikanische Lieder und der Trinkspruch Ogonogondu gehören nun zu Pilgerzell, doch mehr noch die unkomplizierte Art aufeinander zu zugehen, der Blick für alle und der freundschaftliche Umgang. Die Gemeinde hat ein Fundament, der künftige Pfarrer von Pilgerzell, Herr Pfr. Winfried Hahner wird in fünf Monaten mit der Gemeinde weiterbauen an diesem Haus der Kirche, sowohl im geistlichen als auch im konkreten Sinn. Nach guter Vorarbeit können nun die Baumaßnahmen beginnen für das Pfarrhaus und den Kapellenzugang. Die Gemeinde ist gestärkt und wird die kommenden fünf Monate in Begleitung des Administrators Pfr. Dr. h.c. Klein gut überstehen bis der neue Pfarrer kommt.

Der Moderator des Pastoralverbundes Herr Pfr. Liebig dankte für die Zusammenarbeit und versprach die Projekte in Akwa zu unterstützen. Bürgermeister Meinecke erinnerte an das Benefizkonzert im August 2011 und die große Beteiligung der Bevölkerung, die den Bau der beiden Brunnen mit Solaranlage ermöglicht hatten. Er übereichte die Mitgliedschaft der Gemeinde Künzell für den Förderverein Akwa.

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates Michael Herber betonte. „Du hast uns alle überrascht, mit Deiner offenen, positiven Art, mit Deinem Lachen. Du hattest immer ein offenes Ohr.“ Pater Ifeanyi sei nicht nur Pfarrer, sondern auch Freund. „Es war, als seiest Du schon immer hier gewesen.“ Ifeanyis Geburtstagsfeiern waren große Gemeindefeste. Jeder fühlte sich eingeladen. „Du bist ein lieb gewordener Mensch, von dem wir uns nicht gerne trennen.“ Die Sprecherin des PGR Gabriele Brähler hob die stete Erreichbarkeit Pater Ifeanyis hervor und dankte u.a. für die Gründung der Gruppe junger Frauen und der Männergruppe. Der Kontakt zu Pater Ifeanyi werde nicht abreißen. Der PGR sang ihm ein Segenslied „Geh nun Deinen Weg, dass Du nicht alleine gehst, darauf kannst Du bauen”.

Die viele Gruppen der Gemeinde kamen am Nachmittag zum Zuge mit Liedern und Tänzen und vielen guten Worten. Die Erstkommunionkinder 2012 tanzten zur Freude aller Anwesenden, die Messdiener von Pilgerzell und Dirlos hatten ein Segensband in der Kirche gelegt und ein persönliches Memory gestaltet. Abschiedsbriefe und gute Gedanken von zahlreichen Mitgliedern der Pfarrgemeinde waren im Vorfeld zu einem Buch gebunden worden, das Pater Ifeanyi die Liebe der Gemeinde zu ihm auch sichtbar mit auf den Weg geben wird.  Alle dankten für seine Freundschaft, seine Herzlichkeit, unvergessen bleiben auch sein Lachen und „Ogonogondu“.

 

 

 

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