Fulda. „In der Musikschule der Stadt Fulda wird es ab Herbst kräftig grooven, denn neue Angebote werden den Rock/Pop/Jazz-Bereich stärken. Vocals, Gitarre, Keyboards, Bass und Drums sind die Säulen für den Aufbau einer Band“, so Christoph Stibor, Leiter der Musikschule, bei der Vorstellung des neuen Programms der Musikschule.
Logisch, dass Songs gecovert werden, aber vor allem anderen soll das Kreative aus den jungen Talenten herausgekitzelt werden: sie können so ihren eigenen Style finden und von erfahrenen Bandmusikern die richtigen Tipps zur richtigen Zeit bekommen – immer auf Grundlage solider handwerklicher Fähigkeiten und technisch auf Höhe der Zeit. Das ist heute übrigens nicht anders, als schon vor 300 Jahren. Start ist der 01. September 2012.
Schulkooperationen
Alle mögen Musik, selbst die Wissenschaft ist sich über die positiven Impulse für die Entwicklung von „Herz, Hand und Hirn“ einig. Deshalb, so Kulturdezernent und Oberbürgermeister Gerhard Möller, geht die Musikschule der Stadt Fulda neue Wege: „Interessierte Grundschüler sollen in der 1. Klasse an ihrer eigenen Fuldaer Grundschule die Möglichkeit bekommen, in Randstunden (5. oder 6. Stunde) eine Musikalische Grundausbildung durch die Musikschule zu erhalten, wo sie unter anderem die verschiedenen Instrumentenfamilien kennenlernen. Selbstbau und Ausprobieren werden dabei ganz groß geschrieben, um schon früh Vorlieben zu entdecken und das richtige Instrument zu finden“. Im Anschluss bietet die Musikschule ab der 2. Klasse Instrumentalunterricht (nach Möglichkeit) vor Ort an, um die pädagogische Nachmittagsbetreuung um ein hochwertiges Angebot zu ergänzen, den Eltern Fahrwege zu ersparen und den Kindern den Einstieg ins Musizieren zu erleichtern.
Grundschulen und Musikschule sind sich einig, dass dies trotz der Umbrüche in der Schullandschaft ein guter Weg ist, Fulda auch weiterhin musikalisch zu „erhalten“.
Zum Konzept gehört auch die Fortsetzung an den weiterführenden Schulen. Neben längst etablierten Kooperationen entstehen derzeit stetig neue Verbindungen mit dem langfristigen Ziel, Instrumental- und Vokalausbildung durch erfahrene Fachpädagogen fest in der Bildungslandschaft zu verankern.
Eltern/Kind-Gruppen
Mit altersgerecht konzipierten, gemeinsam mit einem Elternteil spielerisch gestalteten Musik- und Bewegungsstunden wird man seinem Kind nicht schaden, sondern im besten Alter seine Wahrnehmung für Klänge, Melodien und Rhythmen anregen. Fast beiläufig erweitern die Eltern ihren Schatz an Kinderliedern, Abzählreimen und Fingerspielen, welche dann über Generationen weitergegeben werden können. Die Eltern/Kindgruppen werden in Altersstufen ab 0, ab 9 und ab 18 Monaten eingeteilt. Die nächste Einstiegsmöglichkeit ist der 01. September 2012.
Musikalische Früherziehung
Im Alter von 4-6 Jahren sind Kinder in einem Entwicklungsstadium, wo der aktive Umgang mit Musik auf besonders fruchtbaren Boden fällt. Das bedeutet nicht, dass die Kleinen schon Noten lernen und Etüden üben müssen, sondern bezieht sich vor allem auf ihre natürliche Grundmusikalität. Das spielerische Bewusstmachen von musikalischen Grundelementen wie unterschiedlichen Tonhöhen, Tonlängen, Lautstärken oder Rhythmen – immer gekoppelt an aktive Bewegungsspiele – wecken Emotionen und regen die kindliche Wahrnehmung zur feineren Differenzierung an, wodurch sie letztlich auch in anderen Bereichen Manches schneller auffassen können. Genau da setzt die musikalische Früherziehung an, welche sowohl im städtischen Musikschulgebäude, als auch in Kooperation mit einigen Kindergärten Fuldas in der jeweiligen Einrichtung angeboten wird. Ab 01. September 2012 starten wieder neue Kurse, um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten.
Orientierungsphase – Kompass für Kinder
„Wir lieben Musik und möchten unserem Kind Instrumentalunterricht ermöglichen, aber wir wissen nicht, woran es interessiert, vielleicht sogar talentiert sein könnte?“ Mit dieser Sorge stehen Eltern nicht alleine da, diese Entscheidung ist nicht leicht und fällt umso schwerer, als sie die Kinder möglicherweise ein Leben lang begleitet. Aus dieser Überlegung heraus ist in der Musikschule bereits vor Jahren die Idee geboren, die Orientierungsphase als Rahmen zum Ausprobieren einzurichten. In einem Schuljahr lernen die Kinder acht Instrumente kennen, für welche sie jeweils 4-5 Wochen Unterricht beim jeweiligen Fachlehrer bekommen, bevor sie reihum zum nächsten Instrument rotieren. Am Ende des Jahres erfahren die Eltern dann von den Fachleuten, wo die individuellen Neigungen der Kinder liegen und haben damit eine fundierte Grundlage für eine Entscheidung. „Natürlich ist das nur als Empfehlung zu sehen, denn die Kinder sind ja noch mitten in der Entwicklung“, so Stibor. Der neue Zyklus beginnt am 01. September 2012.