Fulda. Wie Unternehmen durch effiziente Energienutzung Energie und damit Kosten sparen können war Thema einer Informationsveranstaltung, zu der die IHK Fulda gemeinsam mit der ÜWAG eingeladen hatte. Die Veranstaltung im Informationszentrum des heimischen Energieversorgers in der Frankfurter Straße war ein Mosaikstein im Rahmen des DIHK-Jahresthemas “Energie und Rohstoffe für morgen”. IHK Präsident Bernhard Juchheim und Ralf-Stefan Stöppler, Bereichsleiter für Beteiligungen und Konzessionsmanagement bei der ÜWAG, begrüßten die Vertreter aus den Unternehmen.
„Der Wirtschaftsstandort Deutschland kann nur dann weiterhin seine führende Rolle in der Welt einnehmen, wenn die Wirtschaft auch Vertrauen in diesen Standort hat. Bei aller Fachkräftediskussion darf nicht vergessen werden, dass die Sicherheit der Energieversorgung dabei einen Schlüsselfaktor darstellt“, stimmte Bernhard Juchheim auf das Thema ein. Die Politik müsse transparent darlegen, welche Investitionen und gravierenden strukturellen Veränderungen auf die deutsche Wirtschaft und auf die Bevölkerung zukämen, forderte der IHK-Präsident und machte gleichzeitig Mut für die Zukunft: „Im Bereich Geothermie sind wir führend. Photovoltaik und Bioenergie sind ebenfalls gut ausgebaut.“ In der Windenergie habe sich gerade in den vergangenen Monaten viel getan, und auch bei der Biogas-Herstellung würden neue Wege eingeleitet.
Die ÜWAG hatte ein Programm zusammengestellt, das konkrete Lösungen aufzeigte und zahlreiche Anstöße in Sachen Energiemanagement gab. So warb Ludwig Montag, Geschäftsführer der SynEnergie GmbH, für Contracting-Modelle als Energielösungen für Einsteiger. Maßgeschneiderte Verträge, die flexibel auf die individuellen Anforderungen des einzelnen Unternehmens zugeschnitten werden, senken die Kosten“, versprach der Diplom-Ingenieur.
Matthias Schneider, Produktmanager bei der Terra Therm Erdwärme GmbH, informierte über die Geothermie als witterungsunabhängige Energiequelle, die sich in erster Linie für eine umweltfreundliche Beheizung und Klimatisierung von Gebäuden anbietet. „Die Risiken, um unseren Energiebedarf zu decken, werden immer größer“, stellte Hartmut Klein mit Blick auf die aktuellen Umweltkatastrophen im Zusammenhang mit der Energieerzeugung aus fossilen Energieträgern fest. Der Geschäftsführer der Econius GmbH, Ingenieurbüro für rationellen Energieeinsatz, empfahl vor diesem Hintergrund, bereits im Vorfeld genau zu überlegen, wozu Energie überhaupt benötigt wird.
Ein Plädoyer für die Kombination von Ökologie und Wirtschaftlichkeit hielt Dr. Jürgen Wiese: „Die Unternehmen achten heute verstärkt auf die ökologische Herkunft von Produkten“, so der Geschäftsführer der GKU Gesellschaft für kommunale Umwelttechnik mbH. „Was man nicht messen kann, kann man nicht kontrollieren“, unterstrich Stefan Froeb. Der Abteilungsleiter Vertrieb bei der ÜWAG präsentierte technische Lösungen, mit denen im ersten Schritt Einsparpotenzial erkannt und im zweiten Schritt Verhaltensänderungen unterstützt werden können.
„Die Energiewende ist ein Kostentreiber und das speziell für die kleinen und mittleren Unternehmen. Sie bietet aber auch enorme Chancen, neue Wirtschaftsfelder zu erschließen, von denen vor allem auch die heimische Wirtschaft profitieren kann“, ist Stefan Schunck sicher. Stichworte sind beispielsweise Smart Grids, Smart Meetering und die Entwicklung neuer Speichertechnologien. „Energiekosten lassen sich dort optimieren, wo Energie eingespart wird“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Und hier gibt es auch bei den heimischen Unternehmen noch viel Potenzial.“
BU: Die Referenten: (v. li.) Ralf-Stefan Stöppler, Ludwig Montag, Dr. Jürgen Wiese, Matthias Schneider, Stefan Froeb, Dr. Hartmut Klein, Stefan Schunck und Bernhard Juchheim