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Tagung zum 300-jährigen Jubiläum des Fuldaer Domes im Vonderau Museum

Fulda. Am 18. und 19. August fand im städtischen Vonderau Museum die vom Fuldaer Geschichtsverein und Fulda Barock e.V. ausgerichtete Tagung „…er schuf einen Neuen Himmel…“ zum 300 jährigen Domjubiläum statt. Die fachübergreifend angelegte Veranstaltung hatte zum Ziel, über den lokalen Rahmen hinaus Bezüge und Einordnungen des unter Fürstabt Adalbert von Schleifras nach Plänen von Johann Dientzenhofer errichteten Barockdomes deutlich werden zu lassen.

Im einführenden Abendvortrag am 18.08. beleuchtete Prof. Dr. Peter Claus Hartmann aus Mainz die Katholische Kultur im Hl. Römischen Reich des 17. und 18. Jahrhunderts unter Einbeziehung aktueller Forschungen. Zum Einstieg am 19.08. stellte Dr. Werner Bartsch, Düsseldorf, Profanfassaden Johann Dientzenhofers vor und konnte damit im Detail charakteristische Grundmotive und Entwicklungslinien im Werk des Baumeisters aufzeigen. Für den erkrankten Schweizer Architekturtheoretiker und –historiker Prof. Dr. Werner Oechslin präsentierten daraufhin Dr. Gregor Stasch und Dr. Burghard Preusler den Fuldaer Dom aus kunsthistorischen und soziologischen Blickrichtungen. Neben im Bild dargestellten Bezugspunkten der Domarchitektur waren es die in Textquellen erhaltenen Stimmen verschiedener am Bau in Fulda Beteiligter, die einen lebendigen Gesamteindruck von der Bedeutung eines solchen Kathedralbaus entstehen ließen.

Am Nachmittag ließ der Präsident des Hessischen Landesamts für Denkmalpflege, Prof. Dr. Gerd Weiß, 300 Jahre Instandhaltung und Restaurierung am Fuldaer Dom Revue passieren und damit neben der Restaurierungsgeschichte dieses Gebäudes auch die typischen Entwicklungen der Denkmalpflege seit ihren institutionellen Anfängen im 19. Jahrhundert. Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez schlug am Ende der Tagung einen großen Bogen mit seinem Beitrag zum theologischen Selbstverständnis der Katholischen Kirche um 1700. Ausgehend von den neuzeitlichen Entwicklungen in Wissenschaften und Künsten deutete er das Bauwerk in Fulda als eine zusammenfassende Geste der Sichtbarkeit Katholischen Glaubens und der Kirche in einer Zeit mehr und mehr auseinander tretender Einzeldisziplinen und Interessen. Mit dem Orgelkonzert von Prof. Magdalena Czajka aus Warschau wurde den Teilnehmern abschließend der Dom als Ort auch heute lebendiger synästhetischer Erfahrung vergegenwärtigt. (M. Matl)

 


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