Fulda (mb). Strom, Gas und Service – für den Kunden künftig alles aus einer Hand. So jedenfalls sieht die gemeinsame Zielvorstellung von Stadt und Kreis aus, die im Frühjahr 2012 vorgestellt worden war. Aus den damals noch ergebnisoffenen Überlegungen, die von Kooperation bis zur Fusion reichten, hat sich inzwischen die Verschmelzung der Gas- und Wasserversorgung (GWV) (35.000 Gaskunden) mit dem Stromversorgers ÜWAG (140.000 Stromkunden) als „spartenintegriertes neues Unternehmen“ herauskrsitallisiert. „Am Ende unserer Überlegungen soll ein Gemeinschaftsunternehmen stehen“, bekräftigte Fuldas Oberbürgermeister und derzeitiger ÜWAG Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Möller (CDU) bei der Erläuterung eines Zwischenberichts , der die Mitglieder des Fuldaer Magistrats über den aktuellen Sachstand der Gespräche zwischen den Beteiligten informierte.
Auf einer Pressekonferenz zeigte sich Möller zuversichtlich, das Projekt gemeinsam mit den Partnern erfolgreich auf den Weg zu bringen. Die Sparkasse Fulda etwa sei ein gutes Beispiel für ein erfolgreiches Zusammengehen als ein „geduldiges Zusammenwachsen.“ Das angepeilte künftige Miteinander zwischen ÜWAG und GWV sei, wie Möller betonte, „kein Anschluss, sondern Zusammenschluss auf Augenhöhe.“ Vorteil für den Verbraucher: Die Verschmelzung beider Unternehmen soll sich kostendämpfend auf die Preise auswirken.
Endgültige Beschlussfassung 2013
Die endgültige Entscheidung über das Modell Fusion, das laut Möller aus Sicht der Führungsgremien der ÜWAG und GWV im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Energiemarktes die „größten Synergie- und Zukunftspotenziale“ bietet, soll im Laufe des Jahres 2013 erfolgen. Neben der Stadt werden vor allem der Landkreis Fulda sowie die Thüga Partner im neuen Gemeinschaftsunternehmen sein. Neben der Verschmelzung der GWV mit der ÜWAG ist es deshalb auch notwendig, dass der bisherige Zweckverband in eine GmbH umgewandelt wird und ebenfalls mit der ÜWAG verschmilzt. Den gesamten Prozess begleitet laut Möller die Münchner Thüga-Gruppe unterstützend, die bereits seit gut zehn Jahren mit 25,1 Prozent an der GWV beteiligt ist. Bei der Thüga handelt es sich um das „größte Netzwerk in Deutschland“ mit 90 Beteiligungen an kommunalen Energieversorgern. Das 1867 in Gotha gegründete Unternehmen versteht sich als Beratungs- und Dienstleistungsanbieter. Neben Fulda sind unter anderem auch die Städte Frankfurt, Limburg oder Bad Hersfeld Gesellschafter der Thüga. Der frühere Mehrheitsgesellschafter Eon habe sich aus kartellrechtlichen Gründen von der Thüga trennen müssen, deren Anteile nunmehr von in kommunalen Händen liege. Die Thüga sei die größte kommunale Beteiligungsgruppe.
Projektgruppen
In den zurückliegenden Monaten haben Projektgruppen die unterschiedlichen Aufgabenfelder der beiden beteiligten Partner auf Synergien und Vorteile einer Zusammenarbeit hin gründlich untersucht – mit der nun vorliegenden Zielsetzung einer geplanten Fusion. Beide Unternehmen verfügten über eine starke Innovationskraft. Sich gemeinsam den Herausforderungen des Marktes zu stellen, sei daher nurmehr folgerichtig. Ohnehin seien Fragen nach der Versorgung mit Strom und Gas in Zukunft nicht mehr von einander zu trennen. Deshalb müsse alles aus einer Hand angeboten werden. Gemeinsame Wartung, gemeinsame Bereitschaftsdienste, gemeinsames Netzmanagement und gemeinsamer Vertrieb wären für zudem für beide Unternehmen, letztlich gerade aber auch für den Kunden von Vorteil. Wichtigste Botschaft Möllers an die Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen: Im Zuge der Fusion werde es zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommen.