Tann. Was Heinrich Heine in seiner „Loreley“ beschreibt, konnten man in der Tanner Stadtkirche gleich in fünffacher Steigerung bewundern: Bei ihrem Konzert begeisterten die fünf Damen der a-cappella-Formation „Loreleyas“ das zahlreich erschienene Publikum. Hohe Wellen schlugen allenfalls die Begeisterungsstürme für die „schönsten Jungfrauen“ und ihre „gewaltigen Melodeien“ – wie es Heine im Original formuliert.
Fotos: Luca Mrdovic
Unruhig wurde man wegen der Hitze wohl nur vor der Kirche. Doch in der Stadtkirche konnte man ganz „cool“ den Darbietungen lauschen. Und es war, wie die Veranstalter es angekündigt hatten: Ein Feuerwerk der Darbietungen aus allen Genres und Epochen. Alles, was die Damen anspricht, ihnen gefällt oder durch die Finger flutscht, wurde aufgegriffen und zur Freude der Zuhörer dargeboten.
Vom polyphonen Satz „A Round of Three Country Dances in One“ (Thomas Ravenscroft) über Spaßlieder wie etwa Stefan Gwildis‘ „Das wunderschöne Grau“, Filmmusik (Compay Segundos „Chan Chan“ aus „Buena Vista Social Club“), nachdenklichen Songs (Julie Golds „From a distance“) hin zu Evergreens von ABBA („Mamma mia“) oder Stefan Nilssons und Py Bäckmans „Gabriellas Song“. Allesamt waren die Sätze in „closed harmony“ wunderbar klangvoll arrangiert und interpretiert. Mittels humorvoller Moderation gaben die Sängerinnen Gesa Niggemann, Bettina Neidert, Juliane Jorden, Birgit Halling-Will und Sandy Bodenhöfer jeweils hilfreiche Informationen zu den Liedern.
Die gute Stimmung in der vollbesetzten Kirche – dafür gab es nur einen Grund, den man frei nach Heinrich Heine so formulieren könnte: „Ich glaube, am Ende verklingen die Lieder voll Esprit und Elan. Und das haben mit ihrem Singen die Loreleyas getan“. Natürlich war da begeisterter Zwischen- und langer Schlussapplaus garantiert. Ermöglicht wurde das Konzert im Rahmen des Tanner Musiksommers durch die freundliche Unterstützung des Kultur- und Geschichtsvereins Tann und des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda.