Wiesbaden. Das EU-Parlament hatte vor kurzem das Thema der Abschaffung der kupferfarbenen Münzen neu diskutiert. Es soll eine Wirkungsanalyse erstellt werden, die Kosten und Nutzen der kleinen Münzen in Verhältnis stellt und die Akzeptanz bei den Bürgern untersucht. Aufgrund steigendender Rohstoffpreise, so das EU-Parlament, sind die Herstellungskosten bereits so hoch, dass sie den Wert der Münzen nur noch geringfügig unterschreiten. Ziel der Analyse wäre es, gegebenenfalls die kleinen Münzen abzuschaffen.
In einer Umfrage unter seinen Mitgliedern hat nunmehr der Hessische Einzelhandelsverband festgestellt, dass weder aus Sicht des Handels, noch aus Sicht der Verbraucher Handlungsbedarf bestehe. Der tägliche Umgang mit 1- und 2-Cent-Münzen stellt zwar einen erheblichen Aufwand dar, jedoch erklärten hierzu die Einzelhändler, dass mit der Abschaffung der Münzen die Preiswahrheit und Preisklarheit gefährdet werde, so die Pressemitteilung des Verbandes.
Die Abschaffung der kleinen Münzen hätte auch zur Folge, dass die Preise im Handel gerundet werden müssten. Aufrundungen könnten unweigerlich, so der Verband weiter, zu Preissteigerungen führen. Gerade bei Rabattaktionen wird mit ungeraden Cent-Beträgen geworben, betont der Hessische Einzelhandelsverband. Einige Unternehmen haben zudem die ungeraden Rechnungsbeträge als Marketinginstrument erkannt und unterstützen damit soziale Vorhaben. Der Wert der „Mini-Münzen“ erhalte hierbei ein wichtiges zusätzliches Image.
Der Hessische Einzelhandelsverband weist daher erneute Vorstöße zur Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen zurück. Insbesondere im Hessischen Lebensmitteleinzelhandel ist Bargeld immer noch das beliebteste Zahlungsmittel, fast 50% des Umsatzes wird in bar abgewickelt.