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Projekt des Landkreises mit Wasserversorgern macht elektronische Trinkwasserüberwachung möglich

Fulda. Die Qualität des Trinkwassers von der Gewinnung bis zum Zapfhahn des Verbrauchers wird im Landkreis Fulda zukünftig auch elektronisch überwacht. Seit Oktober 2011 arbeiten der Fachbereich Gesundheit, der Fachdienst Wasser und Bodenschutz und regionale Wasserversorger mit dem Softwareentwickler envi-systems aus Darmstadt an diesem gemeinsamen Projekt. Mit dem  Pilotprojekt gehen die Beteiligten in der Region neue Wege im Verbraucherschutz. „Bedingt durch die neue Trinkwasserverordnung haben wir bereits im vergangenen Jahr nach Möglichkeiten gesucht, um die Überwachungssysteme zu vereinheitlichen, eine schnellere Kommunikation herzustellen und die Kontrollmechanismen übergreifend zu beschleunigen“, sagt Dipl.-Ing. Jörg Hanna, Sachgebietsleiter Infektionsschutz und Hygiene vom Fachbereich Gesundheit.

Foto: BickertIm  Landkreis Fulda findet die Wassergewinnung überwiegend aus Tiefbrunnen und  oberflächennahen Quellen statt. Neben den geologischen und hydraulischen Gegebenheiten, sind bei der Gewinnung von Trinkwasser auch die Belange des Wasserhaushaltes nach besonders trockenen Wetterperioden zu berücksichtigen. Sind die Rahmenbedingungen der Gewinnung erfüllt, bedarf es der  mikrobiologischen und chemischen  Analyse des Rohwassers.

„Wir haben in den letzten zehn Jahren 3.437 Entnahmestellen für die Wasserbeprobung eingerichtet, 17.212 Wasserproben veranlasst und 275.152 Untersuchungsergebnisse ausgewertet. Die Überwachung wird von den Hygiene-Ingenieuren in unserem Fachbereich durchgeführt”, erklärt Jörg Hanna.

Um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen und ein geeignetes System zu finden, das die immense Datenflut für alle Beteiligten transparenter und schneller zugänglich macht, wurde im Jahr 2011 die Arbeitsgruppe „Osthessen-Online – Überwachungssystem der Trinkwasserqualität“ (OHO) gegründet. Zu den Mitgliedern der Arbeitsgruppe gehören der Petersberger Bürgermeister Karl-Josef Schwiddessen als Vorsitzender der Bürgermeisterdienstversammlung, der Leiter des Fachbereichs Gesundheit Roland Stepan, Sachgebietsleiter Dipl.-Ing. Jörg Hanna mit seinen Kollegen Daniel Krah und Alexander Meisel sowie Stephan Hahn als Vorsitzender der Wasserwerksnachbarschaft im Landkreis Fulda und Dr. Ing. Thomas Gutzke vom Software-Entwickler envisystems.

„Zeitgleich mit den Bestrebungen beim Landkreis Fulda ein einheitliches System zu entwickeln, haben wir eine Software – den sogenannten GW-Manager – angeboten, die es Wasserversorgern, Behörden und Laboren ermöglicht, die Stamm-, Mess- und Mengendaten sowie die Probeanalysen der Entnahmestellen einheitlich zu verwalten“, beschreibt Dr. Thomas Gutzke, Geschäftsführer des Ingenieurbüros für Umweltinformatik envi-systems, das bahnbrechende Modell.

„Seitdem alle Informationen seit 2001 in eine gemeinsame Datenbank eingepflegt werden, kann jeder autorisierte Mitarbeiter an den eigenen Daten arbeiten“, erklärt Stephan Hahn, Technischer Leiter des Zweckverbands Gruppenwasserwerk Florenberg. „Der größte Vorteil für alle Beteiligten ist die einheitliche Sprache, die sofortige Einsicht der Kontrollbehörden auf die Stammdaten und auf jede Probe. In Grenzfällen oder bei  akuten Gefahren können alle autorisierten Stellen notwendige Maßnahmen noch schneller koordinieren und die Verbraucher vor ungenießbarem Trinkwasser schützen.“

Im Falle einer Verunreinigung im Trinkwasser-System können nun alle notwendigen behördlichen Stellen auf den gleichen Informationsstand gebracht und entsprechende Maßnahmen zur Behebung des Falls koordiniert werden.

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