Mellrichstadt. Nicht einmal ein Jahr nach der Pleite von TelDaFax hat es nun mit der EnerGen Süd eG den nächsten Stromhändler erwischt. Die nicht kostendeckende Preisstrategie führte zu einem schnellen K.O. der Energiegenossenschaft. Der heimische kommunale Versorger Überlandwerk Rhön (ÜW Rhön) übernimmt für die in seinem Netzgebiet befindlichen Kunden seit dem 01. März die Strombelieferung.
Mit einem sehr aggressiven Preiskampf startete die EnerGen Süd eG wie Phönix aus der Asche. Auch vom heimischen Stromversorger ÜW Rhön konnte die Energiegenossenschaft Kunden gewinnen. Aber nach gut einem Jahr ist die Begeisterung verflogen und der neue Stromanbieter in der Insolvenz. Eine Entwicklung, die sich schon seit einigen Monaten abzeichnete.
Eine gute Nachricht gibt es für die Kunden der EnerGen Süd aber doch: das Licht geht nicht aus, denn der heimische kommunale Stromversorger ÜW Rhön übernimmt im Rahmen der Ersatzversorgung die Strombelieferung der Kunden.
Die EnergGen Süd bzw. in deren Auftrag tätige Makler haben über Kundenbesuche direkt an der Haustür Stromlieferungsverträge geschlossen und mit großen Einsparungen geworben. Eine, wenn überhaupt, nur kurzfristige Einsparung. Bereits zum Ende des vergangenen Jahres wollte man durch eine massive Preiserhöhung bei EnerGen Süd eG das Verlustgeschäft umkehren und den Schlingerkurs der Energiegenossenschaft stoppen. Viele Kunden nutzen dabei die Gelegenheit des Sonderkündigungsrechts, um wieder zurück zum ÜW Rhön zu wechseln.
Die Kursänderung kam jedoch zu spät, wie sich nun zeigt. Die Schieflage war nicht zu stoppen und zum 23. Februar wurde die Insolvenz angemeldet. Der vorläufige Insolvenzverwalter wollte die weitere Belieferung der Kunden noch aufrecht erhalten, am 29. Februar musste aber auch er mitteilen, dass die EnerGen Süd eG mit Ablauf des Tages die Stromlieferung an alle Mitglieder und Kunden einstellt.
Für die betroffenen Kunden bedeutet dies nun, dass sie vom Grund- und Ersatzversorger, der Überlandwerk Rhön GmbH, in deren Netzgebiet beliefert werden und der Strom weiterhin fließt. Das zu 100 Prozent kommunale ÜW Rhön ist ein Stromversorger, dessen Gesellschafter die Gemeinden, Städte und Landkreise in der Rhön sind. Über das Energiewirtschaftsgesetz ist das ÜW Rhön verpflichtet, diese Kunden für maximal drei Monate in der Ersatzversorgung zu beliefern.
„Auf Grund der kurzfristigen und nicht planbaren Strombelieferung von Kunden in der Ersatzversorgung haben diese einen höheren Preis als unsere Kunden mit Sonderpreisregelungen“, so Wolfgang Pfeiffer, der Vertriebsleiter des Überlandwerks. „Natürlich können die ehemaligen Kunden der EnerGen Süd eG auch wieder einen Vertrag mit unseren günstigeren Sonderpreisregelungen abschließen. Alle Kunden haben wir mit Aufnahme der Ersatzversorgung angeschrieben und über die neue Situation informiert. Die Mitarbeiter in unseren Bezirksstellen vor Ort und im Kundenservice in Mellrichstadt beraten sie wie auch alle anderen Kunden gerne über unsere Produkte.“
Pfeiffer betonte auch, dass das Überlandwerk keine Kampfpreisstrategie mit Dumpingpreisen betreibt. „Was dabei heraus kommt, konnten wir im Falle TelDaFax und EnerGen Süd eG sehen. Und diese werden sicher nicht die Letzten sein. Das Überlandwerk möchte ein langfristig sicherer und zuverlässiger Partner mit fairen Preisen sein. Dahinter stehen auch unsere 61 kommunalen Gesellschafter in der Rhön.“
Weitere Informationen unter www.uew-rhoen.de oder T. 09776 61-600.