Fulda (cp). Am 5. Februar 2012 endet die Ausstellung „911 König Konrad I. – Herrschaft und Alltag“ im Vonderau Museum. Damit verbleibt nur noch wenig Zeit, die über 300 Fundstücke des Frühmittelalters zu bestaunen, die hier teilweise erstmals öffentlich ausgestellt werden. Die Ausstellung vermittelt einen lebendigen Eindruck vom Alltagsleben der Menschen, wie es auch der König bei seinen Reisen durch das Ostfrankenreich erlebte. Zu sehen ist ein Reisewagen sowie die Arbeitsgeräte von Bauern und Handwerkern. Schmiede, Bauleute, Knochenschnitzer, Glasmacher, Weber, Töpfer und viele andere werden durch ihre Werkzeuge und Produkte wieder lebendig. Etliche Stücke stammen aus Fulda und beweisen, dass Stadt und Kloster im frühen Mittelalter zu den wichtigen Zentren des Ostfrankenreiches gehörten.
Leben im frühen Mittelalter
Zahlreiche Schmuckstücke zeigen die Tracht der Menschen des frühen Mittelalters, die oft erstaunliche Parallelen zu heute aufweist, wie z. B. kleine Umhängekreuze zeigen. Die große Variationsbreite in Form und Verzierung zeigt, dass die Menschen auch damals nicht nur auf Zweckmäßigkeit, sondern auch auf Ästhetik Wert legten. Die Wohnkultur des frühen Mittelalters wird durch zahlreiche Rekonstruktionszeichnungen verdeutlicht, wobei viele Fundstücke das häusliche Leben noch anschaulicher machen. Dazu gehören Haus- und Truhenschlüssel, Geschirr oder einer der ältesten Kerzenständer Hessens. Durch zahlreiche Nachbauten kann man viel Neues über das Leben im frühen Mittelalter erfahren. Wie wurde Salz oder Eisen gewonnen? Was ist ein Rennofen? Wie baut man ein Grubenhaus und was macht man damit? „Wer sich für das Leben im frühen Mittelalter interessiert und vielleicht auch mal ein Kettenhemd anziehen möchte, sollte die Gelegenheit nutzen und bis zum 5. Februar im Vonderau Museum vorbeischauen“, betont Oberbürgermeister und Kulturdezernent Gerhard Möller.