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Weg der diesjährigen Fronleichnamsprozession

Fulda. Das Fronleichnamsfest wird in diesem Jahr am 22. Mai gefeiert. Nach alter Tradition begeht die Kirche von Fulda das Hochfest des Leibes und Blutes Christi mit einem Pontifikalamt um 8.15 Uhr auf dem Domplatz und einer anschließenden Prozession durch die Straßen der Stadt. Bischof Heinz Josef Algermissen wird die Feier leiten. Der Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber singt Chorsätze aus der „Missa brevis“ von G. P. da Palestrina sowie weitere Choräle, zum Teil im Wechsel mit der Gemeinde; an der Orgel Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser.

In diesem Jahr führt der Weg durch die Oberstadt, d. h. vom Domplatz über Friedrichstraße, Unterm Hl. Kreuz, Marktstraße, Buttermarkt, Peterstor, Rabanusstraße, Schloßstraße, Bonifatiusdenkmal zurück zum Domplatz. Die Altäre befinden sich vor der Stadtpfarrkirche, auf dem Buttermarkt, am Bonifatiusdenkmal und auf dem Domplatz. Alle Katholiken der Stadt sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Die Anwohner werden gebeten, den Prozessionsweg festlich zu beflaggen.

Im Anschluß an die Prozession besteht in diesem Jahr wieder die Gelegenheit zum gemeinsamen Mittagessen und Beisammensein in der Domdechanei. Der KAB-Diözesanverband hat sich bereiterklärt, die Verpflegung zu gestalten.

Stichwort: Fronleichnam

Das Fronleichnamsfest (vom mittelhochdeutschen vrónlîcham = Herrenleib) wird in der katholischen Kirche seit über 700 Jahren begangen. Für die Fuldaer Kathedralkirche wurde die Feier 1302 gestiftet. Eine eigene Prozession wurde erst später eingeführt. Aber bereits 1446 ist in Fulda eine Bruderschaft nachweisbar, die es sich neben der Abhaltung der jährlichen Fronleichnamsprozession zur Aufgabe gemacht hatte, diese Darstellungen aus der Heilsgeschichte des Alten und Neuen Bundes auszuschmücken.

Das Fronleichnamfest am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest, auch „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ genannt, dient der Feier der Eucharistie als Opfer, Kommunion (Opferspeise) und – wegen der Realpräsenz Christi im Tabernakel – zugleich als Gegenstand der Anbetung. Es ist ein Erinnerungsfest an die Einsetzung des Altarsakramentes. Die Anregung zu diesem Fest entstammt einer Vision der heiligen Augustinernonne Juliana von Lüttich (gest. 1258) und wurde im Bistum Lüttich 1246 eingeführt.

Am 11. August 1264 erhob Papst Urban IV., zuvor Erzdiakon in Lüttich, Fronleichnam als „Fest des Leibes Christi“ (lat. festum corporis Christi, festum corpus Domini) mit der Enzyklika „Transiturus de hoc mundo“ zum allgemeinen kirchlichen Fest. Der hl. Thomas von Aquin war an dieser Enzyklika wesentlich beteiligt und hat die Texte für das Offizium und die Messe zusammengestellt. 1317 wurde es unter Papst Johannes XXII. (1316-1334) in Avignon endgültig weltweit angeordnet.

Gerade die Fronleichnamsprozession versinnbildlicht gelebtes Christentum: Zum Ende des Osterfestkreises steht sie für den christlichen Lebensvollzug, das gläubige „Wallen“, das Ziehen durch die Zeit, dem ewigen Vater entgegen. Es ist die Heimkehr der Kinder Gottes in das himmlische Jerusalem.

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