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Bernd Eckart (Bündnis 90/ Die Grünen) ist Mitglied im Kreisausschuss

Fulda/Künzell. Das Angebot kam zeitlich passend: Als seine Parteikollegen von Bündnis 90/Die Grünen nach dem guten Ergebnis der Kommunalwahlen im März 2011 bei Bernd Eckart anfragten, ob er sich nicht wieder in offizieller Position engagieren wolle, sagte er zu. Für den damaligen Lehrer für Mathematik und Physik an der Fuldaer Freiherr-vom-Stein-Schule begann in diesem Sommer die Freizeitphase der Altersteilzeit.

Foto: Sandra Limpert

So wurde der 62-jährige Künzeller Mitglied im achtköpfigen Kreisausschuss. Schon einmal, 2001 bis 2006, waren die Grünen in diesem Gremium präsent, damals in Person von Dagmar Zoth. Zu jener Zeit führte Eckart als Fraktionsvorsitzender die ersten grünen Fraktionen im Fuldaer Kreistag und vertrat deren Vorstellungen von ökologischer Politik an vielen Stellen: „Ab Mitte der 90er Jahre war ich in so vielen Gremien tätig, dass keine Freizeit mehr blieb.“ Deshalb hörte er 2001 nach zwölf Jahren im Kreistag auf, obwohl ihm die Arbeit dort gut gefallen hatte und er sie als „sehr persönlichkeitsprägend“ in Erinnerung hat.

Wahrgenommen wurde er immer wieder als Widersacher des damaligen Landrats Fritz Kramer, der den Ruf eines hervorragenden Rhetorikers genoss. „Er hat mir die Ehre gegeben, als sein Gegenspieler auftreten zu dürfen“, formuliert Eckart bescheiden. Zurückhaltend gibt er sich auch im Gespräch, von Selbstdarstellung keine Spur. Seit 2006 ist er Abgeordneter in seiner Heimatgemeinde Künzell. Landespolitisch hatte der Lehrer sich in der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung engagiert und 1999 auch einmal für den Landtag kandidiert, aber ohne Aussicht auf Erfolg.

Auf die Frage, wie er zur Politik gekommen sei, erzählt er: „Als Jugendlicher habe ich meine Eltern kritisiert für ihre Haltung im Dritten Reich. Das wollte ich mir nicht vorwerfen: Eine Entwicklung als falsch erkannt zu haben, ohne etwas dagegen zu tun.“ Als Herausforderung seiner Zeit, der es entgegenzutreten galt, sah der studierte Physiker die Atompolitik.

Während seines Aufenthalts von 1979 bis 1984 im spanischen Baskenland hat der gebürtige Fuldaer vom Ausland aus die Entstehung der Grünen mitverfolgt und schon damals gedacht: „Das könnte meine politische Heimat werden.“ 1985 trat er der Partei bei. Die viele Zeit, die er mit Politik zugebracht hat, bereut er nicht. „Ich habe die persönliche Weiterbildung geschätzt. Außerdem bin ich nicht empfindlich: Ich kann austeilen und auch einstecken“, sagt er.

Dennoch schätzt der Kreisbeigeordnete das „sehr kollegiale, sachliche und sehr angenehme Klima“ im Kreisausschuss. Die Arbeit dort sei nicht gestaltend, sondern vielmehr verwaltungstechnischer Natur. „Für eines meiner Schwerpunktthemen, Windenergie, kann ich dort nichts entscheiden, vielleicht aber ein Bewusstsein schaffen“, beschreibt Eckart. „Ansonsten versuche ich, mich sowohl mit meiner politischen Erfahrung als auch meiner Lebenserfahrung einzubringen.“ Bei Stellenausschreibungen etwa kommt ihm zugute, dass er jahrelang Personalratsvorsitzender an der Freiherr-vom-Stein-Schule gewesen ist.

Neben der Kommunalpolitik pflegt der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder und Großvater eines Enkels viele weitere Interessen: So genieße er es als ehemaliger Lehrer, „auf der anderen Seite zu sitzen“, wenn er an der Frankfurter Goethe-Universität einmal wöchentlich Vorlesungen zu Kunstgeschichte oder an der Volkshochschule Englischkurse besucht. Auch hat er wieder mit Klavierspielen angefangen und treibt gerne Sport.

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