Kaltensundheim. Die Partnerschaft zwischen dem Biosphärenreservat Rhön und drei Biosphärenreservaten in Kanada existiert nicht nur auf dem Papier. Und so hatte jetzt auch Andrew Hawrysh, der stellvertretende Chef des Biosphärenreservats Redberry Lake in der kanadischen Provinz Saskatchewan, einen Zwischenstopp in der Rhön eingelegt. Er, der seine familiären Wurzeln in der Ukraine hat, befand sich mit seiner Familie auf dem Rückweg von den Ferien in der osteuropäischen Heimat seiner Vorfahren. Auf Einladung von Karl-Friedrich Abe, dem Leiter der Thüringer Verwaltung des Biosphärenreservates, machte man so eine Zwischenlandung in Frankfurt am Main. Von hier aus ging es in die thüringische Rhön. „Was uns verbindet geht also schon über dienstliche Beziehungen hinaus“, sagte Abe während des Abschiedsessens in Kaltensundheim im Gasthof  „Zur guten Quelle“.
Viel hatten die Gäste in den drei Tagen zuvor gesehen – von der Wartburg über Point Alpha bis hin zum Keltendorf. Auf besonderes Interesse stießen auch ein Besuch des Grünen Marktes in der Dermbacher Agrargenossenschaft und die Führung durch das Unternehmen. Schließlich ist Andrew Hawrysh selbst Farmer und verfolgte so aufmerksam, wie die Philosophie der Direktvermarktung in dem Rhöner Betrieb umgesetzt wird.
Zum Abschlussabend gab es dann auch noch eine Premiere. Druckfrisch wurde eine gemeinsame Broschüre vorgestellt, in der sich die drei kanadischen Biosphärenreservate und auch die Rhön präsentieren – ein gemeinschaftliches Projekt der vier Partner. Und so erschien das Heft auch in drei Sprachen: Deutsch, Englisch und Französisch. „Vor allem deshalb war dies eine besondere Herausforderung“, so Abe. Dabei wurde auch augezeigt, dass man Teil eines weltumspannenden Netzwerkes ist. Es geht in dem Heft um Modellprojekte, Erfahrungen und das Neugierig-Machen auf die einzelnen Regionen. Für Andrew Hawrysh ein wichtiges Material, um die lokale Bevölkerung in Kanada zu informieren. „Die Leute wissen recht wenig über das Biosphärenreservat“, sagte er.
CDU-Landtagsabgeordneter Michael Heym machte deutlich, dass man stolz sein könne auf eine derartige Zusammenarbeit. Der Name Kanada an sich stehe schon für Natur. „Und insofern ist es bemerkenswert, dass wir mit den dortigen Biosphärenreservaten in einer Liga spielen. Mit dem Anliegen, die Kontakte nach Übersee weiter mit Leben zu erfüllen, stieß man auch im Thüringer Umweltministerium auf offene Ohren. Für die Herausgabe der Broschüre gab es finanzielle Unterstützung. „Es spricht für die ausgezeichnete Zusammenarbeit, wenn sogar eine Privatreise genutzt wird, um diese zu vertiefen“, sagte Ministeriums-Pressesprecher Andreas Maruschke. Die Publikation in drei Sprachen, die in einer Auflage von 5 000 Stück erschien, werde viele Menschen erreichen.
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