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BDKJ Hessen kritisiert Pläne zur Freiwilligendienst-Förderung / Förderkonzept des Bundesfamilienministeriums bedroht FSJ

Fulda/Wiesbaden. “Die Art und Weise sowie der Zeitpunkt für die Pläne des Ministeriums sind für die Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres so kurz vor Beginn des FSJ nicht hinnehmbar”, kritisiert Bianka Mohr, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Hessen, das neue Förderkonzept für Freiwilligendienste.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) plant, Plätze für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) nur noch zu fördern, wenn ausreichend Plätze für den Bundesfreiwilligendienst besetzt sind. Hierfür ist vorgesehen, dass es für drei geförderte FSJ Stellen mindestens zwei besetzte BFD Stellen geben muss. Bisher sind die Träger davon ausgegangen, dass die zugesagten Haushaltsmittel zur Verfügung stehen um den nächsten FSJ Durchgang zu fördern. Durch den Beschluss des BMFSFJ wird den Trägern und Einsatzstellen jegliche Planungssicherheit für den teilweise schon am 1. August 2011 begonnenen Freiwilligenjahrgang genommen.

“Wo bleibt der Grundsatz der Subsidiarität, wenn auf Kosten freier Träger, ein staatlicher Freiwilligendienst durchgesetzt werden soll”, fragt Mohr. Einige FSJ-Träger sind durch die jüngsten Vorgaben in ihrer Existenz bedroht. Der BDKJ unterstützt die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes (BFD), so lange dieser nicht auf Kosten des qualitativ bewährten FSJ geht.

Während das Freiwillige Soziale Jahr seit Jahrzehnten sehr gut nachgefragt wird, bleibt der Bundesfreiwilligendienst bisher hinter den Erwartungen zurück. Die Probleme des BFD, die sich vor allem aus den erst jüngst geklärten Rahmenbedingungen ergeben, werden auf dem Rücken des FSJ ausgetragen. Leidtragende dieser Situation seien nicht zuletzt die jungen Menschen, die sich im Rahmen dieser Dienste engagieren wollen. Die Freiwilligen wählen einen Freiwilligendienst nach den qualitativen, pädagogischen und abgesicherten Rahmenbedingungen aus, die beim FSJ derzeit klarer ausgeprägt sind als beim BFD.  “Ich empfinde es als unredlich jungen Menschen, die sich engagieren wollen, sich bewusst für einen Dienst entscheiden und die Zusage dafür erhalten haben, eine Woche vor Beginn des FSJ-Jahres einen anderen Dienst aufzwingen zu wollen,” so Mohr. Auch die Träger dürften nicht zum Umsteuern in den Bundesfreiwilligendienst gezwungen werden.

“Eines der Ziele des BFD für bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement zu werben und somit junge Menschen für die Gesellschaft zu gewinnen, wird durch ein solches Verhalten nicht nur karikiert sondern schadet diesem Bestreben auch,” gibt Mohr zu bedenken.

Der BDKJ sperrt sich nicht gegen den Aus- und Aufbau des BFD, wenn er eine echte qualitative Alternative für junge Menschen bedeutet und von der Zivilgesellschaft verantwortet und gestaltet wird. Der Aufbau eines neuen Formates benötigt jedoch Zeit und Planungssicherheit. Der BDKJ begrüßt gleichzeitig die im Grundsatz verbesserte Förderung des FSJ, die 200 Euro für die pädagogische Begleitung von jungen Menschen vorsieht. Wichtig sei es nun, zum Dialog und zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit zurück zu finden. Ausdrücklich dankt der BDKJ Hessen für die klare Positionierung der Landesregierung in der letzten Woche.

Der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Fulda unterstützt junge Menschen bei ihrer persönlichen Entwicklung und Wegfindung. Er bietet u.a. Bildungsurlaubsseminare an und ist Träger für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Als Dachverband vertritt er bistumsweit die Interessen von ca. 7100 Mitgliedern der Katholischen Jugendverbände DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg), JAA (Junge Aktion der Ackermanngemeinde), J-GCL (Jugendverbände der Gemeinschaft Christlichen Lebens), KjG (Kath. Junge Gemeinde), KLJB (Kath. Landjugendbewegung), KSJ (Kath. Studierende Jugend, Heliand-Mädchenkreis und Schülergemeinschaft im Bund Neudeutschland) der Malteserjugend und Kolpingjugend, sowie der DjK (Deutsche Jugendkraft) als Anschlussverband, in Kirche, Politik und Gesellschaft.

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