Bad Soden-Salmünster. Die 15 Teilnehmer sitzen in einem Kreis um eine Kerze, ein Schlüssel und eine Klangschale liegen auf einer ausgebreiteten Decke. Pfarrer Werner Gutheil kniet in der Mitte, einen Schlüssel hoch haltend und spricht von Schlüsselerlebnissen. Seine Zuhörer, gut ein Dutzend Frauen und Männer im Brauhaussaal des Bildungshauses Kloster Salmünster, hören zu und rufen ihm Antworten auf seine Fragen zu. Werner Gutheil ist seit November vergangenen Jahres Diözesantrauerseelsorger des Bistums. Seine Zuhörer nehmen an einem Kurs für Trauerbegleiter teil.
Doch warum erklären sich zunehmend Menschen bereit, anderen, die trauern, ehrenamtlich oder beruflich als Begleiter zur Seite stehen zu wollen? Für Pfarrer Gutheil ist die Trauerbegleitung ein bislang etwas zu gering beachtetes Feld in der Seelsorge. „Trauerbegleitung“, so der Geistliche, „zielt nicht nur darauf ab, zu trösten, sondern auch die Trauernden zu befähigen, ihre Trauer zu bewältigen und mit dem zwar abnehmenden, aber nie ganz verlöschenden Schmerz über den Verlust zu leben.“
Über die bisher große Resonanz auf seine Kurse für Trauerbegleitung freut sich Pfarrer Werner Gutheil. Der Seit November vergangenen Jahres als Diözesantrauerseelsorger eingeführte Geistliche leitete den aktuell abgeschlossenen Kurs im Kloster Salmünster. „Bisher haben gut drei Dutzend Menschen an unseren Kursen teilgenommen. Einige aus beruflichen Gründen, doch zunehmend immer mehr Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich als Trauerbegleiter engagieren wollen“, so Pfarrer Gutheil. Für ihn ist es ein „positives Zeichen“, dass es so großes Interesse gibt, Trauernde ehrenamtlich zu begleiten.
„Um andere Menschen in ihrer Trauer begleiten zu können, ist es jedoch wichtig, zum einen mit der eigenen Trauer umgehen zu können, zum anderen aber auch in der Lage zu sein, den Schmerz des Anderen sehen zu können“, beschreibt Gutheil als wichtigste Voraussetzungen. Trauer sei nicht heilbar, aber lebbar, so der Geistliche. Trauerbegleiter helfen, dass Trauernde lernen, mit dem Schmerz über ihren erlittenen Verlust zu leben. Ein wichtiges Anliegen ist Gutheil, dass es zu einer Verzahnung von beruflichen und ehrenamtlichen Trauerbegleitern kommt. Hier ist sein Ziel, ein umspannendes Netzwerk zu bilden.
Der nächste mehrteilige Kurs für Trauerbegleitung startet am Wochenende vom 8. bis 10. Juli im Kloster Salmünster. Informationen dazu sind erhältlich beim:
Sekretariat für Trauerarbeit
Im Bangert 4
63450 Hanau
Telefon (0 61 81) 4 28 98-42
Telefax (0 61 81) 4 28 98-55
E-Mail: info@trauern-warum-allein