Fulda. Am 1. März hat der Palliativ Care Pflegedienst „Scivias“ auch offiziell seine Arbeit aufgenommen. „Wir verstehen uns als Wegbegleiter für Menschen mit unheilbaren Erkrankungen am Lebensende“, erklärt Christiane Jaup, Pflegedienstleitung Scivias. Daher auch der lateinische Name mit der Bedeutung Wissen der Wege.Das vierköpfige Team ist Teil des Palliativ Netz Osthessen und versorgt seine Patienten aus Fulda und dem Landkreis zu Hause – das rund um die Uhr.
„Patienten und Angehörige in dieser schwierigen Lebenssituation wissen oft nicht, wie es auf ihrem Lebensweg weiter geht. Es fehlen Ansprechpartner, die Halt und Orientierung geben“, beschreibt Manuela Straub, Palliativ Care Fachkraft und ebenfalls Mitglied des Teams. „Hier setzen wir an.“ Seit April letzten Jahres hat jeder Versichte Anspruch auf die so genannte palliative Versorgung.
In enger Zusammenarbeit mit Ärzten möchte das Team alle notwendige Hilfe vermitteln. „Unser Ziel ist es nicht dem Leben mehr Tage, sondern dem Tag mehr Leben zu geben“, erklärt Christiane Jaup. „Dazu gehört, den Menschen in seiner gewohnten Umgebung zu belassen.“Â Die Unterstützung der Hausärzte sei dabei besonders wichtig.
Das Team besteht aus Palliativ Care Fachkräften mit Erfahrung in den Bereichen Intensivmedizin, Onkologie, ambulanter, stationärer und hospizlicher Versorgung. Teilweise sind die Pflegenden bereits seit Jahren ehrenamtlich im ambulanten Hospizdienst „Da-Sein“ in der Betreuung Schwerstkranker aktiv.
„Wir arbeiten ergänzend zu Pflegediensten“, erklärt Jaup. „Das heißt unsere Aufgabe ist nicht in erster Linie die Grundpflege. Wir erstellen in Absprache mit dem Patienten einen individuellen Pflege- und Betreuungsplan und sind neben der medizinischen Versorgung beratend und unterstützend tätig.“
So geht es in der Versorgung der Patienten darum, praktische Hilfe im Alltag zu leisten, den Zugang zur Außenwelt zu ermöglichen, Besuche zu organisieren oder dabei zu unterstützen, die letzten Dinge zu regeln. „Wir versuchen, die Normalität aufrecht zu erhalten“, ergänzt Manuela Straub. „Wir helfen dabei den Weg anzunehmen und zu gehen – loslassen zu können.“ So werden alle unmittelbar Betroffenen unterstützt, diesen Lebensabschnitt würdevoll und kreativ zu gestalten und intensiv zu erleben.
Dazu gehört der emotionale und praktische Beistand der Angehörigen als ein zentrales Element, um Freiräume zu schaffen, das Selbstbewusstsein zu stärken und Sicherheit im Umgang mit dem Patienten zu geben.
Die so genannte Palliativmedizin versorgt Menschen mit unheilbaren Erkrankungen und beginnt wenn herkömmliche Maßnahmen nicht mehr helfen: sie versucht nicht mehr zu heilen, sondern die Lebensqualität und die Selbstbestimmung des Patienten so lange wie möglich zu erhalten.
Bereits seit zehn Jahren engagiert sich das Palliativ Netz Osthessen für die Betreuung unheilbar Kranker am Lebensende. Im pflegenden Bereich ist das Netz seit 2006 aktiv – allein im letzten Jahr hat das Team rund 200 Patienten begleitet.
Zum Foto: In diesen neu angeschafften Fahrzeugen ist das Scivias-Team in Stadt und Landkreis unterwegs für seine Patienten – und das jederzeit. Von links nach rechts: Annette Gaul-Leitschuh, Dr. Peter Fehrenbach, Christiane Jaup, Manuela Straub und Barbara Maicher