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Mehrgenerationenhaus Fulda-Josefsgarten ist nun unübersehbar

Fulda. Nun ist das Mehrgenerationenhaus Fulda im Quartier Josefsgarten in der Von-Schildeck-Straße 15a in Fulda nicht mehr zu übersehen. In den vergangenen Tagen wurde das offizielle Logo des gleichnamigen Förderprogramms des Bundesfamilienministeriums am Gebäude angebracht, und ein Schriftzug weist die Menschen darauf hin, dass sich hier das Mehrgenerationenhaus für die Stadt und den Landkreis Fulda befindet.

Fotos (3): Stefan Arend

080308_mgh1.jpg 080308_mgh5.jpg 080308_mgh6.jpgMinisterin Ursula von der Leyen hatte vor gut zwei Jahren das Programm zur flächendeckenden Schaffung von Mehrgenerationenhäuser als Begegnungsstätten für generationenübergreifendes Arbeiten aufgelegt. Nach ihren Plänen soll in jeder kreisfreien Stadt, beziehungsweise in jedem Landkreis ein solches Haus entstehen. Mittlerweile gibt es rund 500 dieser Einrichtungen in Deutschland, in Hessen sind zwischenzeitlich Mehrgenerationenhäuser in alle Regionen vorhanden. Das Fuldaer Mehrgenerationenhaus wurde bereits im Herbst 2007 offiziell eröffnet.

Erste Zwischenbilanz fällt positiv aus 

Eine erste Zwischenbilanz des Fuldaer Mehrgenerationenhauses nach gut fünf Monaten seit der Eröffnung fällt sehr positiv aus: Im neuen Mehrgenerationenhaus Fulda-Josefsgarten ist schon „mächtig viel los“, berichtet Ingeborg Kropp-Arend, die für das Haus verantwortlich zeichnet.

Verschiedenste Gruppen und Initiativen nutzen mittlerweile das Gebäude im Quartier Josefsgarten für vielfältige generationenübergreifende Aktivitäten. Ein Angebot, das im Mehrgenerationenhaus stattfindet, hat nun schon so etwas wie „bundesweiten Ruhm“ erlangt, nämlich das Generationentheater unter Leitung von Marlies Haddenbruch.

Auf der Startseite der Internetpräsentation der Initiative unter Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen wurde das Mehrgenerationenhaus Fulda mit der Theaterinitiative über Generationengrenzen hinweg über einige Wochen besonders gewürdigt und als beispielgebend für andere präsentiert.

Große und kleine Nutzer

Aber auch ganz kleine Nutzer haben das Mehrgenerationenhaus bereits in Beschlag genommen. Einmal in der Woche trifft sich hier der Zwergenspielkreis des Helene-Weber-Hauses unter der Leitung von Gabriele Wagner-Heil. Dann werden Matten ausgebreitet, Spielgeräte aufgebaut, und die Räume verwandeln sich in eine „Welt für Kinder“. Die Mütter (und Väter) können derweil die Zeit für Gespräche und den Austausch nutzen oder sich in der Küche des Mehrgenerationenhauses einen Kaffee kochen. Besonders praktisch ist es, dass sich direkt und unmittelbar beim Mehrgenerationenhaus genügend Parkplätze befinden.

Das Mehrgenerationenhaus ist „Herzstück des neuen Quartiers Josefsgarten“ und  befindet sich im umgestalteten Landwirtschaftsgebäude des alten Josefsheims.

Im Erdgeschoss des MGH stehen rund 180 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Hier befinden sich ein großer multifunktionaler Raum, der beispielsweise für Seminare oder Besprechungen dreifach unterteilt werden kann, eine Küche, ein Büro, Sanitärräume, eine Terrasse sowie eine Außenanlage mit Biotop.

Das Dachgeschoss mit etwa 130 Quadratmetern soll bald noch für eine weitere Nutzung ausgebaut werden, im Untergeschoss (190 Quadratmeter) ist die Einrichtung von Werkstätten möglich.

Nutzer aus Stadt udn Landkreis Fulda

Das das Mehrgenerationenhaus für die Stadt und den Landkreis Fulda zuständig ist, freut sich Ingeborg Kropp-Arend darüber, dass die Nutzer nicht nur aus dem Stadtgebiet in den Josefsgarten kommen, sondern das Einzugsgebiet deutlich darüber hinausgeht. Auch die Volkshochschule des Landkreises Fulda ist im Mehrgenerationenhaus vertreten und bietet hier einen Qigong-Kurs an.

In den Abendstunden treffen sich regelmäßig vor allem Selbsthilfegruppen und Vereine in den Räumlichkeiten. Der Verein Trauernde Eltern Fulda e.V. bietet hier Gesprächskreise an und führt die Gruppenstunden durch. Der Verein Pyramide e.V. – Kreativ Wohnen und Leben für Jung und Alt – trifft sich im Quartier und informiert über generationsübergreifende Wohnformen.

Die Initiative Paten & Partner e.V. hat im Mehrgenerationenhaus mittlerweile ihr Beratungsbüro bezogen. Diese ehrenamtlich tätige Organisation kümmert sich um die Belange von jungen Menschen „mit ungünstigen Startbedingungen“ bei der Suche und Vermittlung von Ausbildung- und Arbeitsstellen.  

Der Verein bemüht sich intensiv darum, sprachliche und soziale Defizite zu beheben, die Mitglieder stellen sich als Begleiter bei Bewerbungsgesprächen zur Verfügung und beraten und helfen bei Kontakten mit Behörden.

In Zusammenarbeit mit dem Amt für Arbeit und Soziales werden im Mehrgenerationenhaus Alltagsbegleiter ausgebildet. Sie sollen vor allem ältere und pflegebedürftige Damen und Herren zuhause unterstützen oder in stationären Einrichtungen tätig werden.

Und schließlich lädt Irmtraud Zander im Mehrgenerationenhaus zum Seniorentanz ein. Sie veranstaltet Kurse für ältere und jüngere Teilnehmer, die sich gemeinsam mit Rhythmus, Tanz und Musik beschäftigen. 

Quartierfest am 8. Juni 2008

„Wir sind schon ein wenig stolz auf diese ersten Erfolge unseres Hauses“, freut sich Ingeborg Kropp-Arend, wirft den Blick aber schon in die Zukunft. Denn die nächsten Ziele des Mehrgenerationenhauses stehen bereits fest.

Ingeborg Kropp-Arend freut sich über den Ausbau des Dachgeschosses, um noch weiteren interessierten Gruppen und Initiativen Raum geben zu können, und auch für den Keller des Gebäudes gibt es Ideen: Hier sollen Werkstätten und vielleicht ein Fotolabor entstehen.

Auf jeden Fall steht schon ein Termin gut markiert im Kalender: Am 8. Juni 2008 lädt das Mehrgenerationenhaus zum Quartierfest in die Von-Schildeck-Straße ein. Dann haben alle Interessierten, die bisher noch nicht den Weg in den Josefsgarten fanden, die Möglichkeit, sich über die generationsübergreifende Arbeit zu informieren.

Wer sich für die Arbeit im Mehrgenerationenhaus interessiert, Veranstaltungen durchführen oder einen Raum dort mieten möchte, der kann sich mit Ingeborg Kropp-Arend im Quartier Josefsgarten, Von-Schildeck-Straße 15a, 36043 Fulda, unter Telefon (0661) 480 299 100, Email: info@josefsgarten.de, in Verbindung setzen.

Was ist ein Mehrgenerationenhaus?

Die Schlagwörter Mehrgenerationenhaus, Generationenwohnen, Leben für Generationen, barrierefreie Lebensräume und Universal Design sind in aller Munde und hochaktuell. Leider hat dies auch zu einer gewissen sprachlichen Verwirrung geführt, da diese weitgehend neuen Begrifflichkeiten noch nicht abschließend definiert wurden und damit weit auseinanderklaffende Vorstellungen existieren – ähnlich wie bei der Begrifflichkeit „Betreutes Wohnen“.

Das Mehrgenerationenhaus Fulda – Josefsgarten ist eines der deutschlandweit offiziellen rund 500 Mehrgenerationenhäuser, die vom Bund gefördert werden. Die dafür zuständige Familienministerin Ursula von der Leyen versteht sie als Begegnungsstätten für Menschen jeden Alters. Das Mehrgenerationenhaus als Begegnungsstätte darf also nicht mit den Projekten des Mehrgenerationenwohnens verwechselt werden, die immer mehr – und leider mit sehr unterschiedlicher Ernsthaftigkeit und Seriosität – in den Fokus von Projektentwicklern rücken.

Die Bundesregierung definiert daher: „Für Menschen verschiedenen Lebensalters bietet ein Mehrgenerationenhaus Raum, sich ungezwungen zu begegnen und gegenseitig von den jeweiligen Kompetenzen der anderen zu profitieren. Es ist ein offener Ort, an dem gegenseitiger Austausch von Jung und Alt und Unterstützung von Familien neu gelebt wird […].“

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