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PNO auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag ausgezeichnet

080308_pno.jpgFrankfurt/Fulda. Seit fünf Jahren setzen die Ärzte des PalliativNetzes Osthessen das starke Opioid Fentanyl als Nasenspray ein, wenn ein Patient in der Lebensendphase unter Atemnot und Schmerzattacken leidet. Das Nasenspray, das der Apotheker auf ärztliche Anweisung herstellt, kann sogar von den Patienten selbst und den Angehörigen eingesetzt werden.

Seine lindernde Wirkung entfaltet das Spray in weniger als zwei Minuten. Bei mehr als 200 Patienten haben die Palliativspezialisten das Mittel inzwischen mit guten Erfahrungen eingesetzt. Für ihre Präsentation auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt/Main wurde das Team um Dr. Peter Fehrenbach und Thomas Sitte am 07. März 2008 mit dem 1.
Posterpreis ausgezeichnet.

„Besonders in ländlichen Gebieten ist es eine Herausforderung, im Krisenfall sofort
und effektiv Hilfe am Patientenbett leisten zu können“, schreiben die Ärzte um Dr. Peter
Fehrenbach und Thomas Sitte in ihrer Präsentation. Es stehen zwar Verfahren zur Verfügung wie die „patientenkontrollierte intravenöse Analgesie“, bei der die Kranken selbst sich Arzneimittel über Pumpensysteme verabreichen können, um ihre Symptome
zu kontrollieren.

„Doch diesen steht oftmals dem Wunsch nach Unabhängigkeit, weniger Technik und Schläuchen entgegen“, wissen die Palliativmediziner. Darum setzen sie seit fünf Jahren das starke Opioid Fentanyl ein, dass der Apotheker als sogenannte Rezepturarznei als Nasenspray individuell herstellt.

So können im Krisenfall die entsprechend geschulten Patienten selbst oder auch deren Angehörige miteinem Spraystoß vor allem Atemnot und sogenannte Durchbruchschmerzen binnen´kürzester Zeit effektiv lindern. Wie der Name sagt, handelt es sich bei Durchbruchschmerzen um starke, plötzlich einsetzende Schmerzattacken, die durch eine kontinuierliche Schmerzbehandlung nicht abgefangen werden können und daher einzeln
und gezielt behandelt werden müssen.

„Nach unseren Erfahrungen“, schreiben die Ärzte, „gibt es insbesondere bei akuter Atemnot in der Palliativsituation keine Möglichkeit der Symptomkontrolle, die so gut wirkt wie das Nasenspray.“ Atemnot ist der häufigste Einweisungsgrund zur stationären Behandlung in der Sterbephase.

Seit die Ärzte des PalliativNetzes Osthessen das Nasenspray einsetzen, sind Einweisungen in der Sterbephase die Ausnahme und erfolgen wenn aus anderen Gründen. Nachdem die Mediziner Erfahrungen sammeln können, setzen Sie das Spray nicht mehr als Ultima Ratio, sondern frühzeitig ein und stellen es auch teilweise auch vorbeugend den Patienten und ihren Angehörigen zur Verfügung.

Auf dem Foto (von Dr. Jörn Hock) der Preisverleihung v.l.: Barbara Ritzert, Prof. Manfred Zimmermann, Thomas Sitte

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