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Weihnachtsfeier in der Justizvollzugsanstalt Fulda

Fulda. Während der Weihnachtsfeier in der Justizvollzugsanstalt Fulda wurde Pater Albin Hahn OMI, Hünfeld als Gefängnisseelsorger von Anstaltsleiter Winfried Michel verabschiedet. Mit großem Bedauern nahmen die Inhaftierten im Andachtsraum der JVA die Nachricht auf, war doch der Seelsorger 10 Jahre lang Ansprechpartner für ihre Sorgen und Nöte gewesen. Pater Albin Hahn, der vor kurzem sein 80 Lebensjahr vollenden konnte, war in Abstimmung zwischen der Ordensgemeinschaft und dem Bischöflichen Generalvikariat in den Ruhestand versetzt worden.

Dass er noch gerne weiter gemacht hätte zeigten seine persönlichen Abschiedsworte. „Ich bin einer von euch“, betonte Pater Albin Hahn, denn er habe mit 40 Jahre Gefängnisseelsorge in Südafrika und der Zeit in Fulda und Hünfeld die meiste Zeit seines Lebens „im Knast“ verbracht. Als Nachfolger des verstorbenen Professors Balthasar Gareis sei es ihm immer eine große Freude und nie eine Last gewesen für die Inhaftierten da zu sein. Gefängnisseelsorge sei seine Berufung gewesen. Anstaltsleiter Winfried Michel betonte, dass er sich in Bewunderung und Dankbarkeit vor den Leistungen des Gefängnisseelsorgers verneige, denn dieser habe die Inhaftierten gut ansprechen und Trost spenden können. Auch während der Woche sei er zu Gesprächen gekommen und besondere Ereignisse seien die Spendung der Taufe, der Erstkommunion und der Firmung in der JVA gewesen. Der lang anhaltende Beifall zeigte die große Beliebtheit von Pater Albin Hahn.

Die Weihnachtsfeier hatte mit einer musikalischen Einstimmung durch das Fuldaer Gitarrenensemble (Leitung Lothar Ebert) und der Solistin Christine Schmied, Petersberg begonnen. Diese verlas auch das Weihnachtsevangelium. Pfarrer Wolfgang Schmidt – Nohl erläuterte in seiner Predigt die Einbindung der Geburt Jesu in die damalige Zeit. Am Beispiel des Navigationsgerätes zeigte er die Langmütigkeit und Geduld Gottes. Wie das Navi bei Routenabweichungen immer wieder korrigierend eingreife, so sei es auch mit der verzeihenden Liebe Gottes. Erst wenn kein Weg mehr zielführend sei käme die Aufforderung zur Umkehr. Gott habe sich im Kind in der Krippe unerhört selbst erniedrigt und sei den Schwachen und Ausgegrenzten nahe. Die Hirten, rechtlose der damaligen Zeit, seien die ersten Empfänger der Botschaft von der Menschwerdung gewesen. Deshalb bräuchten wir uns nicht zu fürchten, denn die Weihnachtsgeschichte könne mit ihrem Licht unseren Weg ausleuchten.

Musikalisch mitgestaltet wurde die Andacht noch von Vocal Voices (Leitung Thorsten Pirkl, Fulda) und Anton am Keyboard. Margarete Schönherr, die seit mehr als 20 Jahren die Malgruppe leitet, hatte dafür gesorgt, dass jeder Mitwirkende einen von den Gruppenteilnehmern gestalteten Engel zum Dank erhielt und jeder Inhaftierte ein von der Firma Tegut gesponsertes Weihnachtspäckchen mit auf seine Zelle nehmen konnte. Im Jahre 2011 will sie zum Jubiläum „20 Jahre Kunst im Knast“ eine Ausstellung im Stadtschloss organisieren. Anstaltsleiter Winfried Michel dankte den Mitwirkenden und den Gästen, darunter Frau Edith Bing, SPD und Caritasgeschäftsführer Winfried Möller, Vorsitzender des Anstaltsbeirates, sowie dessen Stellvertreter Wittmar Just, dem Sozialdienst und Carsten Faust, stellvertretender Anstaltsleiter, die gleichzeitig für die Inhaftierten das Bindeglied nach Außen seien. Mit einem Gebet und dem Lied „Stille Nacht“ endete die „vorgezogene“ Weihnachtsfeier hinter Gefängnismauern.

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