Fulda. Das Herz-Jesu-Krankernhaus (HJK) in Fulda investiert weiter in sein Kompetenzzentrum für Unfall- und Gelenkchirurgie/Notfallmedizin. Ab sofort steht am HJK ein infrarot-gesteuertes Navigationsgerät, das bei der Implantation von künstlichen Kniegelenken zum Einsatz kommt, zur Verfügung. Das 120.000 Euro teure Gerät unterstützt den Operateur bei seiner Arbeit und ermöglicht eine exakte Platzierung der Prothesen.
Chefarzt Dr. Wolfgang Ditzen, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie, nutzt diese moderne Technik bereits seit mehreren Jahren. Ditzen, der in Medizinerkreisen als Spezialist für künstliche Hüft-, Knie- und Schultergelenke gilt, leitet die unfallchirurgische Abteilung am HJK und wird er auf dem Spezialgebiet Endoprothetik von den beiden Oberärzten und Unfallchirurgen Dr. Marcus Seelig und Dr. Erik Erlekampf unterstützt.
„Die so genannte „Knie-TEP“- (Knie-Totalendoprothesen-)Implantation führen wir bereits minimal-invasiv durch. Das heißt, wir setzen hier wesentlich kleinere Schnitte, um Muskeln, Sehnen und Bänder insbesondere den Streckapparat zu schonen,“ erklärt Dr. Ditzen. Studien hätten gezeigt, dass die Patienten im Vergleich zur konventionellen OP-Methode nach diesem minimal-invasiven Eingriff über weniger Schmerzen klagten und schneller wieder auf den Beinen seien.
„Da bei diesem, die Weichteilintegrität respektierenden OP-Ansatz, die Sicht auf den Operationsbereich etwas modifiziert ist, hilft uns die moderne Technik dabei, das Implantat exakt zu platzieren,“ erläutert der Chefarzt. Bei der Navigationshilfe, betont der Unfallchirurg, handele sich nicht um einen Operationsroboter, sondern um ein Werkzeug, dass die Arbeit des Operateurs bei der Exaktheit der Schnittführung und der perfekten Prothesenplatzierung unterstütze. Die Präzision liege mit 0,5 Grad möglicher Abweichung unter den Messmöglichkeiten eines menschlichen Auges.
Nach Angaben des Mediziners erhalten in Deutschland jährlich rund 140.000 Patienten ein künstliches Kniegelenk. Nötig wird dieser Ersatz bei Menschen, deren Gelenkknorpel abgenutzt sind und die oft jahrelang unter Schmerzen, zunehmender Inaktivität und Immobilität leiden.
„Durch eine Knie-TEP, gerade in dieser Kombination von sanfter Gelenkchirurgie bei gleichzeitig exaktester Präzision, die in Osthessen bislang einmalig ist, können Leiden sogar noch schneller merklich gelindert werden,“ betont Dr. Ditzen. „Viele der behandelten Patienten führen danach wieder ein ausgefülltes Leben, gehen ihren alten Hobbys nach, treiben wieder Sport und empfinden keinerlei Einschränkungen mehr im Alltag.“
Für Alexander Schmidtke, Geschäftsführer des HJK und der St. Vinzenz Krankenhaus gGmbH, ist die Anschaffung der neuen Technik eine lohnende Investition. „Wir haben damit unser Behandlungsspektrum im Bereich Unfall- und Gelenkchirurgie erweitert und zudem eine qualitätsbewusste, ökonomisch sinnvolle Entscheidung für die Versorgung und Heilung unserer Patienten getroffen.“
Zum Foto: v.l.n.r. Chefarzt Dr. Wolfgang Ditzen, Geschäftsführer Alexander Schmidtke, Oberarzt Dr. Marcus Seelig, Oberarzt Dr. Erik Erlekampf