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16. Politischer Aschermittwoch der Christdemokraten

080212_polamjpg.jpgPoppenhausen. Nur wenige Tage nach der Landtagswahl stand nicht die Politik im Vordergrund des traditionellen Politischen Aschermittwoch der hiesigen CDU. Als Gastredner konnte in diesem Jahr Dr. Wolfgang Hamberger, langjähriger Oberbürgermeister der Stadt Fulda a.D. gewonnen werden. Dieser referierte über das Thema „1958 bis 2008 – Was ist aus uns geworden?“ 

Zu zünftiger Blasmusik des Musikverein Cäcilia, der unter Leitung von Maik Lotz die Veranstaltung umrahme, wurde eingangs die Deutschlandhymne gesungen, bevor der offizielle Teil begann. Im vollbesetzten Bühnensaal konnte der Vorsitzende der Poppenhausener Christdemokraten, Hans-Jörg Hauke die zahlreich erschienenen Gäste willkommen heißen. Neben den CDU-Mitgliedern und Mandatsträgern hatten sich viele interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie auch Abordnungen der Nachbarverbände eingefunden, um die Redebeiträge verfolgen zu können.

Wie in den Vorjahren galt das Motto der heimischen JU/CDU: „Wir in der Gemeinde Poppenhausen – mitten im Leben – gemeinsam erfolgreich“ und unterstrich damit die seit vielen Jahren kontinuierliche erfolgreiche Arbeit der Christdemokraten für die Gestaltung und Weiterentwicklung der Gemeinde mit allen Ortsteilen.

Ein besonderer Gruß galt dem Hauptreferenten Dr. Wolfgang Hamberger und dessen Ehefrau Lieselotte, dem CDU-Kreisgeschäftsführer des Main-Taunus-Kreises Hans-Jörg Weibler, dem Tanner Stadtverbandsvorsitzenden Dieter Kehl, den Abordnungen aus Petersberg, Gersfeld und Ebersburg sowie dem Kreisvorsitzenden der Jungen-Union Frederik Schmitt, dem Vorsitzenden der Poppenhausener Jungen Union Matthias Baier, den kreistagsabgeordneten Hermann Müller und Torsten Schmitt sowie Bürgermeister Manfred Helfrich.

Vorsitzender Hauke ging auch kurz auf das Ergebnis der Landtagswahl ein. Er bedauerte die z.T. heftigen Stimmenverluste und haderte mit dem Landtagswahlkampf der Hessischen CDU. „Mit Hektik, Polarisierung, dem Schüren von Emotionen könne man heute niemanden überzeugen. Die Christdemokraten wären besser beraten gewesen, wenn sie sich darauf beschränkt hätten, ihre Leistungen und Erfolge der Legislaturperiode herauszustellen. Es hätte auch die Bereitschaft bestehen müssen, den einen oder anderen Fehler einzugestehen und zu erklären, wo noch Nachbesserungsbedarf erkannt werde.

Der Hauptredner des Abends, Dr. Wolfgang Hamberger, urteilte, dass das schlechte Abschneiden der CDU hauptsächlich daran gelegen hätte, dass der Ministerpräsident offenbar von schlechten Beratern umgeben gewesen sei. Über Koch sagte er: „“Unter allen CDU-Ministerpräsidenten sehe ich niemanden , der sein Format und seine klaren politischen Vorstellungen besitzt.“ Die Sozialdemokraten machte Dr. Hamberger dafür verantwortlich, dass es ihnen nicht gelungen sei, den Einzug der kommunistischen Linkspartei in die Landtage zu verhindern.

Es folgte ein umfangreiches mit Detailwissen über das Weltgeschehen der letzten 50 Jahre gefülltes Referat des erfahrenden Oberbürgermeisters a.D. U.a. würdigte er die Rolle von Papst Johannes Paul II. im Niedergang des Kommunismus und in der Wiedervereinigung Deutschlands. Er warf Fragen auf zur Ethik in der Wirtschaft, sprach über die soziale Marktwirtschaft und warf die Frage auf, was denn sozialverträglich sei.

Sozialvertraglich sei beispielsweise nicht, wenn sich große Arbeitgeber mit dem Ziel der Gewinnmaximierung vieler Arbeitskräfte entledige, indem sie diesen teilweise zwar hohe Ablösezahlungen geben und die Arbeitskräfte aber anschließend ohne Arbeit, oft nicht mehr vermittelbar, auf der Straße sitzen. Die Unternehmen seien nicht nur verantwortlich für die erzeugten Produkte, sie seien auch verantwortlich für die Menschen, die diese fertigen sowie auch für die Kunden, welche die Produkte konsumieren.

Er rügte auch den zunehmenden Missbrauch von Subventionen mit dem Ziel, schnell zu noch mehr Erträgen zu gelangen bzw. zu günstigen Produktionsstätten zu kommen. Dr. Hamberger sprach sich schließlich dafür aus, die soziale Marktwirtschaft neu zu definieren.

Bürgermeister Manfred Helfrich sprach in seinem Grußwort über die Veränderungen und die Entwicklung der vergangenen 50 Jahre, bezogen auf die Gemeinde Poppenhausen.  Nicht alles könne gut geheißen werden, der technische Fortschritt werde größtenteils als Segen empfunden. Die Veränderungen in der Gesellschaft, der Zusammenhalt, das Miteinander unter den Menschen sei durchaus auch kritisch zu bewerten.

Die Gesellschaft sei kälter geworden, da die Menschen heute öfter „Ich-bezogener“ seien und mehr an sich statt auch an die Mitmenschen zu denken. Andererseits seien die Menschen heute kommunikativer, wesentlich mobiler als früher, fühlen sich freier und erfreuen sich einer stets steigenden Lebenserwartung.

Anhand einiger Eckdaten zeichnete der Bürgermeister die Entwicklung der Gemeinde, vor und nach der Gebietsreform nach. Die neu gebildete Großgemeinde sei mit ihren 5 ortsteilen gut zusammengewachsen und besitze eine für die Größe der Gemeinde überdurchschnittliche Infrastruktur. Beispielsweise habe sich die zahl der Arbeitsplätze in Poppenhausen innerhalb der vergangenen 30 Jahre con 500 auf jetzt 900 erhöht. Im Tourismusgewerbe werden etwa 850 Betten angeboten und in 2007 seien ca. 90.000 Übernachtungen registriert worden. Die Landwirtschaft sei gut aufgestellt und die Rhöner Kulturlandschaft präsentiere sich gepflegt. Poppenhausen erfreue sich einer positiven Außenwirkung getreu dem Motto: Die Bedeutung von Poppenhausen ist weitaus größer, als dies die Einwohnerzahl vermuten lässt.

Für langjährige Mitgliedschaft ehrte der CDU-Gemeindeverband folgende Personen: Josef Rehm – für 45 Jahre, Clemens Müller, Johannes Neuwirth, Dieter Römmelt und Wendelin Schibelhuth – für jeweils 40 Jahre, Reinhold Günther, August Heller, Helmuth Sapper und Leo Schleicher – für jeweils 30 Jahre, Günther Rogalski – jur 25 Jahre sowie Stefan Gensler, Richard Kümmel, Stephan Mihm, Paul Schleicher und Christa Wehner – für jeweils 20 Jahre.

Bei Fassbier, Wein und Schorle sowie einem Imbiss und regem Meinungsaustausch erlebten die Besucher einige gesellige Stunden.

Zum Foto v.r. Dr. Wolfgang Hamberger u. Ehefrau Liselotte, CDU-Vors. Hans-Jörg Hauke, Bürgermeister Manfred Helfrich, Dieter Kehl u. Franktiosnvors.  Jürgen Schlereth sowie Hans-Jörg Weibler,  CDU-Kreisgeschäftsführer Mai-Taunus-Kreis

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