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Ausstellung über Fuldaer Goldschmied im Vonderau Museum in Fulda

Fulda. Innerhalb einer Ausstellung vom 8. Februar bis 28. April im Vonderau Museum in Fulda wird der Fuldaer Goldschmied Wilhelm Rauscher gewürdigt. Rauscher betrieb seine Werkstatt von 1892 bis 1925 und wurde zum Päpstlichen Hofjuwelier, Hof- und Domgoldschmied ernannt.

Fotos (6): Bischöfliche Pressestelle

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Gezeigt wird eine Vielfalt kostbarer Arbeiten Rauschers, die das hervorragende handwerkliche Niveau der Werkstatt und die stilistische Bandbreite seiner Goldschmiedekunst zeigt. Leihgaben aus dem In- und Ausland, darunter wichtige Einzelstücke aus dem Fuldaer Dom und Dommuseum können in der Ausstellung präsentiert werden. Sie lassen Varianten einzelner Motive an sonst weit entfernten, meist heute noch in Gebrauch befindlichen Sakralgegenständen deutlich werden.

Ebenso werden Bezüge zu Entwürfen und historischen Vorbildern hergestellt. Die Kelche, Ciborien, Monstranzen und anderes liturgisches Gerät von Rauscher fanden durch sein innovatives Vertriebssystem Verbreitung weit über Deutschland hinaus bis nach Japan und in die USA. Mit Hilfe von Bestellkatalogen, die neben Standardprodukten der Werkstatt auch herausragende Einzelanfertigungen zeigten und Referenzschreiben hochrangiger Kunden enthielten, konnte Rauscher von Fulda aus dieses weitgespannte Handelsnetz aufbauen.

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Die zentralen Bezugspersonen seiner Arbeit waren die Bischöfe von Fulda und Limburg, die Rauscher eine langjährige Entwicklung seines Könnens und gesellschaftlichen Aufstieg ermöglichten. Soziale und wirtschaftliche Umwälzungen nach dem Ersten Weltkrieg sowie die gleichzeitig beginnende Ablösung des Historismus als vorherrschende Stilrichtung der kirchlichen Kunst setzten schließlich der Blütezeit der Werkstatt ein Ende. Zum ersten Mal werden die Arbeiten Rauschers nun nach kunstwissenschaftlichen Kriterien geordnet und der Öffentlichkeit als überregional bedeutsames Werk der Goldschmiedekunst um 1900 präsentiert.

Weiterhin wird die Ausstellung auch im Dommuseum Frankfurt (15. Mai bis 20. Juli) sowie im Diözesanmuseum Limburg (8. August bis 19. Oktober) zu sehen sein.

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