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Neujahrsempfang der Marktgemeinde Burghaun

080205_neujahrsempfang.jpgBurghaun. Erstmalig fand der Neujahrsempfang der Gemeinde Burghaun gemeinsam mit dem Gewerbeverein Burghaun für alle im Gemeindegebiet ansässigen Unternehmen im Herrenhaus statt. Bürgermeister Alexander Hohmann konnte den früheren hessischen Wirtschaftsminister Dieter Posch als Festredner begrüßen.

Posch ist gebürtiger Nordhesse und seit etwa zwanzig Jahren neben seiner freiberuflichen Arbeit als Rechtsanwalt politisch tätig. Bürgermeister Hohmann nutzte die Gelegenheit dem Landtagsabgeordneten die gute wirtschaftliche Entwicklung Burghauns in den vergangenen Jahren vor Augen zu führen. „wir haben in den zurückliegenden 3 Jahren einen Zuwachs an Betrieben, es werden mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze angeboten und die Zahl der Arbeitslosen sinkt stetig“, erklärte Hohmann.

Er selbst pflege einen engen und regelmäßigen Kontakt zur heimischen Wirtschaft, wobei beispielsweise über 90 Prozent der gemeindlichen Aufträge an Firmen aus der Gemeinde vergeben worden seien. „Unsere Betriebe in der Gemeinde sind Spiegelbild und Garant der positiven wirtschaftlichen Entwicklung vor Ort – sie bieten Arbeitsplätze, sie bilden junge Menschen aus und sie tragen über die Gewerbesteuer zur finanziellen Entwicklung des Gemeindehaushalts bei“, so Homann

Posch zeigte sich der wirtschaftlichen  Entwicklung Burghauns beeindruckt und bezeichnete das Hünfelder Land als hessischen „Spitzenreiter“ in dieser Beziehung.

Sein Vortragsthema befasste sich mit der hessischen Strukturpolitik, insbesondere im ländlichen Raum. Zunächst schockte er die Zuhörer damit, dass durch die demografische Entwicklung der ländlichen Raum teilweise einen Bevölkerungsschwund von bis zu 30 Prozent zu erwarten habe. Dies bedeute aber nicht, dass auf Grund von weniger Menschen auch weniger Infrastruktur benötigt werde. Die Mehrkosten müssten so auf die „Übriggebliebenen“ verteilt werden. 

Posch plädiert dafür, den ländlichen Raum besonders für die Bedürfnisse der Menschen zu fördern und zu entwickeln. Man müsste in diesem Zusammenhang aber auch Förderprogramme genauer unter die Lupe nehmen und anpassen. „Der ländliche Raum muss attraktiver gemacht werden und der Staat muss eingreifen, wenn eine Kulturlandschaft in Gefahr gerät“, so Posch

Er forderte, dass die Abhängigkeit von Transportleistungen beseitigt werden müsste. Man sollte zu Errichtung von Umschlagsplätzen und Logistikzentren die zentrale Lage der nord- und osthessischen Region nutzen. Dies könnte natürlich nicht nur durch eine einzelne Gemeinde geschaffen werden, sondern durch Interkommunale Kooperation gelöst werden.

Des Weiteren ging er auf die Länge von Genehmigungsverfahren en. Diese sollten nicht nur zeitlich gekürzt werden sondern es sollte auch der Irrsinn beseitigt werden, dass bei einigen Verfahren 60 Prozent der Investitionssumme schon in die Kosten für den Verwaltungsaufwand fließen würden. Dies zeige, dass an falscher Stelle Gelder ausgegeben würden, welche besser in die geplanten Investitionen fließen sollten.

In seinen kurzen Ausführung zur der Bildungspolitik machte Posch deutlich, dass nicht der Streit um Schulreformen wichtiger sei, sondern die Sicherstellung einer vernünftigen Unterrichtsversorgung. Man müsse junge Menschen entsprechend motivieren und qualifizieren. Da Bildung ein Wert an sich ist und es sich lohn in diesen auch in volkswirtschaftlicher Hinsicht zu investieren.

Bürgermeister Alexander Hohmann dankte Dieter Posch für seinen Vortrag und überreichte ihm einen Präsentkorb mit Burghauner Wurstspezialitäten sowie Informationen zum Kegelspielradweg, wobei er diesen zu einer Radtour durch das Hessische Kegelspiel einlud.

Anschließend waren die Gäste zu einem Imbiss und einem kleinen Umtrunk eingeladen und nutzten die Gelegenheit zu zahlreichen Gesprächen.

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