Serie. Am 02. Februar ist der Gedenktag des Märtyrers „Alfred Delp“. Alfred Delp wurde am 15. September 1907 in Mannheim geboren. Seine Eltern gehörten verschiedenen Konfessionen an. Alfred wurde durch den Vater evangelisch erzogen. Katholisch getauft kehrte er später nach einem heftigen Streit mit dem evangelischen Pfarrer zum katholischen Glauben zurück.
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Er besuchte in Dieburg das Gymnasium bis zum Abitur und war sehr engagiert und geprägt von der katholischen Jugendbewegung „Bund Neudeutschland“. Nach dem Abitur 1926 trat er in das Noviziat der Jesuiten ein, studierte Theologie und Philosophie und promovierte zum Dr. phil.
1937 wurde er in München von Kardinal Faulhaber zum Priester geweiht. Schon früh setzte sich Alfred Delp mit dem Nationalsozialismus auseinander. Er arbeitete in der Redaktion der Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit“ mit, die 1939 verboten wurde. Nachdem die Gestapo 1941 das Haus beschlagnahmt hatte, kam Delp in eine kleine Gemeinde nach Bogenhausen bei München, wo er sehr deutlich Stellung gegen den Nationalsozialismus bezog.
In Berlin traf er 1941 Graf von Moltke, der ihn für seinen „Kreisauer Kreis“ gewann. Dieser stand im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und nach dem Attentat des Grafen von Stauffenberg flog der Kreis auf und seine Mitglieder wurden verhaftet. In der Folge des gescheiterten Attentats, an dem Delp nicht beteiligt war, wurde er festgenommen und in die Strafanstalt Berlin Tegel gebracht.
Freunde rieten ihm, in den Untergrund zu gehen, was Delp ablehnte. Das Gericht hatte zwar den Vorwurf der Mitwisserschaft am Attentat fallen lassen, doch sein Engagement im Kreisauer Kreis, sein Wirken als jesuitischer Pater und seine christlich-soziale Weltanschauung genügten, ihn zum Tode zu verurteilen.
Am 02. Februar 1945 wurde er in Berlin hingerichtet. Unvergessen bleiben seine drei großen Visionen: Die Vision einer sozialen und gerechten Gesellschaft, die Vision einer erneuerten, menschenfreundlichen Kirche und die Vision eines neuen, liebenden Menschen.
1956 wurden seine gesammelten Aufzeichnungen und Briefe aus dem Gefängnis unter dem Titel „Im Angesicht des Todes“ veröffentlicht. Ihm zu Ehren sind in Deutschland viele Schulen und katholische Häuser nach ihm benannt.
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