Fulda. Eine Einbruchserie im Landkreis Fulda seit Beginn des Jahres 2008 steht vor der Aufklärung. Die Polizei nahm am Mittwochabend zwei rumänische Staatsbürger fest, kurz bevor sie einen weiteren Einbruch im Stadtteil Aschenberg begehen wollten. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung in Poppenhausen fand sich umfangreiches Diebesgut im Gesamtwert von etwa 100.000 Euro.
Fotos (15): Max Colin Heydenreich
Den Einbrechern werden nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen etwa 17 – 20 Einbrüche in Wohnhäuser vorgeworfen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Fulda wurden zwei Rumänen von dem zuständigen Amtsrichter in Fulda in Untersuchungshaft genommen und in eine Justizvollzugsanstalt eingewiesen.
Seit September 2007 registrierte die Kripo Fulda immer wieder Wohnungseinbrüche, bei denen neben den üblichen Wertsachen und Bargeld auch Wäsche und Haushaltsartikel gestohlen wurden. Ihren Schwerpunkt richteten die Einbrecher auf Stadtteile Fuldas und die Gemeinden Künzell und Eichenzell. Ihr Vorgehen war immer gleich: Im
Schutz der Dämmerung oder der Dunkelheit in den frühen Abendstunden hebelten sie leicht zugängliche Fenster oder Terrassentüren der ausgewählten Wohnhäuser auf und stahlen alle Gegenstände die ihnen in die Hände fielen und die in osteuropäischen Ländern ihre Abnehmer finden.
Dabei gingen sie so geschickt und unauffällig vor, dass ihr Treiben niemandem auffiel und die Hausbewohner den Einbruch erst nach ihrer Rückkehr entdeckten. Die Polizei reagierte neben Warnhinweisen und Präventionsveranstaltungen auch mit verdeckten operativen Maßnahmen. Auch mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei fahndeten sie in vielen Abend- und Nachtstunden nach den Tätern. Letztendlich sollte es der Operativen Einheit der Fuldaer Polizei gelingen die Täter zu stellen und festzunehmen.
In der angemieteten Zweizimmerwohnung in Poppenhausen stapelten sich Wäschestücke und Kleidung, Kaffeemaschinen, Bügeleisen, Haarföne, Kosmetika ein Zierschwert und nahezu unzählige weitere Haushaltsartikel, Bargeld, Schmuck und Gerätschaften der Unterhaltungselektronik sowie Computer und Navigationsgeräte. Ein Großteil der Beute war bereits in Koffern und Plastiksäcken verpackt und zum Abtransport bereitgestellt, als die Ermittler vor der Tür standen und das Diebesgut sicherstellten.
Die Ermittlungen der Kripo richten sich gegen zwei rumänische Paare im Alter zwischen 29 und 44 Jahren. Die 29-Jährige ist Mieterin der Wohnung in der das Diebesgut sichergestellt wurde, die drei anderen Tatverdächtigen haben keinen Wohnsitz in Deutschland. Während sich die beiden 35 und 37 jährigen Männer in Haft befinden, wurden die Frauen wieder in die Freiheit entlassen.
Die gestohlenen Sachen wurden vermutlich alle bei Einbrüchen im Jahr 2008 erbeutet. Nachdem die Gegenstände aufgelistet und sortiert sind, setzt sich die Kripo mit den Eigentümern zwecks Aushändigung in Verbindung.