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Hessische Rhön bewirbt sich beim Wettbewerb „Idee.Natur“

080201_stirnberg_1316.jpgRhön. Der Verein Natur- und Lebensraum Rhön e.V. beteiligt sich mit einer Ideenskizze für den hessischen Teil des Biosphärenreservats Rhön an einem Wettbewerb des Bundesamtes für Naturschutz. Unter dem Titel „Idee.Natur – Zukunftspreis Naturschutz“ ist ein Bundeswettbewerb für Naturschutzgroßprojekte und ländliche Entwicklung ausgeschrieben. Zur Teilnahme wurde bundesweit aufgerufen. Als Themenschwerpunkte konnten Ideenskizzen für die Bereiche Wälder, Moore oder urbane Bereiche eingereicht werden.

Beim Verein Natur- und Lebensraum Rhön wurde nun eine Ideenskizze zum Themenfeld „Wälder“ erarbeitet. Begründet wird dies mit der besonderen Verantwortung, welche die Rhön für die Buche hat. Die Buche findet in unseren Breiten ihr Verbreitungsoptimum und hat wohl in historischer Zeit rd. 80 % der Fläche bedeckt. Heute sind in der Hessischen Rhön noch 36 % der Flächen mit Wald bestockt. Der Buchenwaldanteil beträgt davon gerade noch 39 %.

Als Leitbild für den Antrag wurde daher der Titel „Zurück nach Buchonia“ gewählt. Die Buchenwälder der Rhön haben bundesweit für den Artenschutz große Bedeutung. So sind hier beispielsweise die einzigen nachgewiesenen Vorkommen von Alpenspitzmaus, Alpenstrudelwurm und Schwarzer Apollo außerhalb der Alpen. Die Rhönquellschnecke kommt nur in den sauberen Waldquellen Osthessens vor. Schwarzstorch, Wildkatze und Schwarzspecht finden hier Rückzugsgebiete.

Von der Strukturvielfalt und dem vielfältigen Mosaik aus Offenland und Wald profitieren die Rotmilane, die hier ein Hauptverbreitungsgebiet finden. Die hohe Artenvielfalt der Rhön ist ein wesentliches Ausgangskriterium für eine Teilnahme an diesem Wettbewerb. Das Naturschutzgroßprojekt zielt aber nicht ausschließlich auf den Artenschutz ab. In erheblichem Maße werden den Regionen, die einen Zuschlag erhalten, Fördergelder für den Aufbau regionaler Wertschöpfungskreisläufe und Regionalentwicklungsprojekte zu Verfügung gestellt.

Die nun vom Verein Natur- und Lebensraum Rhön eingereichte Ideenskizze zielt im Wesentlichen auf vier Bereiche ab: Zum einen möchte man mit Unterstützung des Programms die von der UNESCO geforderten Kernzonenflächen gewinnen und Privatwaldbesitzern soll Hilfestellung für den Umbau ihrer Wälder in stabile, buchenbetonte Mischwaldbestände gewährt werden, die auch den prognostizierten Klimaveränderungen standhalten. Begleitet werden soll dies durch gezielte Waldforschung und Bildungsarbeit.

Impulse für die Regionalentwicklung erhofft sich der Verein Natur- und Lebensraum Rhön in Bezug auf das Cluster Holzwirtschaft. Hierbei denkt man an eine verbesserte Vermarktung von heimischem Holz und eine besserer energetische Nutzung der vor Ort anfallenden Resthölzer.

Dr. Hubert Beier, 1. Vorsitzender des Verein Naturs- und Lebensraum Rhön, und Geschäftsführer Martin Kremer, hoffen auf einen Erfolg ihrer Initiative. Da das Naturschutzgroßprojekt mit mehreren Millionen Euro Fördergeldern dotiert ist und bis 2021 läuft, könnten von einer erfolgreichen Bewerbung viele positive Impulse für Natur- und Artenschutz, Waldwirtschaft und Holzverarbeitung ausgehen.

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