Hilders. Im Rahmen eines Vortrags erläutere Martin Kremer, Sachgebietsleiter beim Landkreis Fulda Biosphärenreservat Rhön sowie Geschäftsführer des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön, die Geschichte und aktuellen Zielsetzungen der Regionalvermarktung im Biosphärenreservat Rhön.
1991 wurde das Biosphärenreservat Rhön gegründet. Vieles hat sich seither verändert. Wurde zunächst versucht, heimische Produkte wie das Rhönschaf, den Apfel und das Rhöner Fleckvieh, über die Marktnische zu vermarkten, so hat sich die Situation in den letzten Jahren deutlich verbessert. Viele dieser Produkte sind längst aus der Marktnische heraus und werden auch über den Lebensmitteleinzelhandel vermarktet. Beispielhaft nannte Kremer die Vermarktung von Rhönschaffleisch und dem Rhöner Biosphärenrind über die Lebensmittelkette Tegut.
Rhöner Apfelsekt und Apfel-Cidre sind überregional bekannt und auch das Ökoapfelbier der Brauerei Rother Bräu findet immer mehr Abnehmer. Auch die wirtschaftliche Situation hat sich im Biosphärenreservat Rhön insgesamt stabilisiert.
Heute geht es darum, die hochwertigen Rhöner Produkte unter der Dachmarke Rhön professionell auch auf dem überregionalen Markt zu platzieren. Dieses Ziel hat sich die Arbeitsgemeinschaft der Rhöner Landkreise (ARGE Rhön) gesteckt, in deren Verbund auch der Verein Natur- und Lebensraum Rhön Mitglied ist.
Kremer macht deutlich: „Man geht heute in der Regionalentwicklung davon aus, dass eine Region, die in Europa wahrgenommen werden will, eine Mindestgröße von 200.000 Hektar haben soll. Dies ist die Voraussetzung, um entsprechende Mengen für den Handel zu bündeln und mit einem Qualitäts- und Herkunftszeichen wirkungsvoll zu vermarkten.”
Kremer ist sicher, dass die ARGE Rhön sich auf dem richtigen Weg befindet. Ein Identitätszeichen, welches im Tourismus breite Anwendung findet, ist ebenso eingeführt wie das Biosiegel Rhön und der Virtuelle Marktplatz, in dem inzwischen viele dieser Produkte weltweit präsentiert werden. Große Nachfrage findet das Qualitäts- und Herkunftszeichen, welches insbesondere für Gastronomie und konventionelle Produkte ausgelegt ist.
Um den bürokratischen Aufwand zu reduzieren arbeitet man nun an einer Professionalisierung der Strukturen. Ziel ist laut Kremer ein Trägerverein, der quasi als Aufsichtsrat fungiert und eine schlagkräftige Management GmbH, die für das notwendige Marketing der Rhönprodukte sorgt. Gerade durch die Unterstützung der größeren Firmen wie Förstina,
Rhön-Sprudel, Hochstift, Rhönbier, Rother Bräu und Streck Bräu wird die Dachmarke bekannt gemacht und kleinere Anbieter wie Imker, Brenner und Metzger können davon profitieren.
Eine erfolgreiche Dachmarke sichert Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der Region und trägt auch zu einer besseren Vermarktung der touristischen Destination Rhön bei. Kremer ist sich sicher, dass die Zeit für eine solche Dachmarke reif sei und hofft, dass sich mehr regionale Produzenten beteiligen und einbringen.