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Mehr Platz für Schul- und Vereinssport in Hilders

080122_hilders2.jpgHilders. Der Landkreis Fulda investiert weiter kräftig am Schulstandort Hilders. Auch für die Erweiterung der Schulturnhalle an der Mittelpunktschule gibt es jetzt eine klare zeitliche Perspektive. Bei einem Ortstermin, der auf Bitten des CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Norbert Herr zu Stande gekommen war, kündigte Landrat Bernd Woide in Gegenwart von Vertretern des Gemeindevorstands an, dass die Kreissporthalle im nächsten Jahr das dringend benötigte dritte Spielfeld erhalten soll.

Erste Schätzungen der Kreisverwaltung gehen von Kosten in Höhe von rund 600.000 Euro aus. Die benötigten Mittel sollen in den Haushaltsplan 2009 eingestellt werden. Weiterhin ist im kommenden Jahr an der Mittelpunktschule die Erneuerung der Physik- und Biologieräume mit geschätzten Kosten von 105.000 Euro vorgesehen. Schon in diesem Jahr werden 75.000 Euro für die teilweise Sanierung des Flachdachs über dem Chemietrakt sowie die Erweiterung der Feuerwehrzufahrt investiert.

Beengte Verhältnisse in Schulturnhalle

Bei den Bauunterhaltungsarbeiten des laufenden Haushaltsjahres steht die Konrad-Zuse-Schule im Mittelpunkt. Hier geht es um die Erneuerung der Schulküche und des Essraums, die Steildachsanierung des Hauptgebäudes sowie die Sanierung der Mädchen-WCs. Für die geplanten Maßnahmen wird der Landkreis Fulda insgesamt 195.000 Euro ausgeben. An der Ulstertalschule soll im Zuge der Schaffung von Ganztagsangeboten der Multimedia- und Leseraum für 90.000 Euro erweitert werden.

Nach Aussage des Schulleiters der Mittelpunktschule, Otto Schleicher, sind die Möglichkeiten für den Schulsport in einer Zwei-Felder-Halle eingeschränkt. Bei dreißig Klassen und drei lehrplanmäßigen Sportstunden haben immer zwei Klassen gemeinsam Sportunterricht. Sehr häufig sind bis zu 60 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig in der Turnhalle. Die Erweiterung um ein drittes Spielfeld und möglicherweise eine mobile Bühne ist auch ein Anliegen der Vereine aus dem gesamten Ulstergrund.

Informationen zum Beruf aus erster Hand

Landrat Woide nutzte die Gelegenheit, um sich über die Aktion Schule und Handwerk zu informieren, die die Mittelpunktschule Hohe Rhön seit drei Jahren in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft für die achten und neunten Haupt- und Realschulklassen in Hilders und Tann sowie die Erich-Kästner-Schule in Hilders anbietet. Neben diesem Tag des Handwerks wird es im Mai einen zweiten Aktionstag geben, bei dem Verwaltungs- und Dienstleistungsberufe im Vordergrund stehen werden.

An der Veranstaltung nahmen rund 130 Schülerinnen und Schüler teil, die im Gemeinschaftsraum der Mittelpunktschule von Rektor Schleicher, Bürgermeister Helmut Blum und Harald Borngräber von der Kreishandwerkerschaft begrüßt wurden. Sie wiesen übereinstimmend auf die Bedeutung und Qualität der Handwerksbetriebe insbesondere im Hinblick auf Ausbildungs- und Arbeitsplätze hin. Anschließend gab es Informationen aus erster Hand von erfahrenen Berufspraktikern in zehn Workshops.

Schulnoten und Praxiserfahrung wichtig

Anhand von Ausbildungsprofilen wurden die Berufsfelder beziehungsweise Berufe Nahrung, Bau, Dachdecker, Elektro, Frisör, Kfz, Maler, Metall, Tischler sowie Sanitär/Heizung vorgestellt. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, nach vorausgegangener Einwahl je vier Workshops zu besuchen, und konnten in einem Test erste Hinweise über ihre Neigung und Eignung erhalten. Außerdem wurde ein Wissensquiz über verschiedene Berufsbilder angeboten, bei dem es Geldpreise zu gewinnen gab.

Nach anfänglichen Berührungsängste stellten die Schülerinnen und Schüler gezielte Fragen an die Leiter der Workshops, wobei es sich meist um langjährige Handwerksmeister und Betriebsleiter handelte. Insbesondere interessierten die praktischen Seiten der Berufe wie Arbeitszeiten, Ausbildungsvergütung oder Blockunterricht. Die Referenten betonten die Bedeutung guter Deutsch- und Mathematikkenntnisse sowie sozialer Kompetenzen und forderten auf, Schul- und Ferienpraktika zu absolvieren.

Krisensichere Arbeitsplätze im Handwerk

Landrat Woide dankte den Referenten, dass sie sich ehrenamtlich für den Aktionstag zur Verfügung gestellt hätten, um jungen Menschen interessante berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Diese sollten jede ihnen gebotene Chance zur Information nutzen, bevor sie eine endgültige Berufswahl treffen würden. Die an der Mittelpunktschule praktizierte Zusammenarbeit mit den örtlichen Handwerksbetrieben könne als „dezentrale Ausbildungsmesse“ zum Vorbild auch für andere Regionen werden.

Zum Beweggrund seines Engagements beim Aktionstag betonte der Leiter eines metallverarbeitenden Betriebs aus Reulbach: „Wir brauchen gut ausgebildete Nachwuchskräfte in unseren Werkstätten, die etwas können und etwas wollen.“ Berufe im Handwerk seien „kein Abstellgleis“, sondern böten krisensichere Arbeitsplätze, die nicht wie in Großkonzernen wegrationalisiert werden könnten, weil beispielsweise auch in Zukunft Einzelanfertigungen und kleinere Auftragsarbeiten notwendig seien.

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