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Milder Winter und heißes Frühjahr sorgten für Einsatzhöchststand bei ADAC-Luftrettung

080122_rh_2007.jpgFrankfurt/Fulda. Niemals zuvor mussten die Hubschrauber der ADAC-Luftrettung häufiger in die Luft als im Jahr 2007: Die Zahl der Einsätze stieg nach ADAC-Angaben auf 42.206, das sind 2.690 oder 6,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Bei durchschnittlich 116 Rettungsflügen pro Tag versorgten die Gelben Engel der Luft insgesamt rund 36.500 Patienten. Einer der Gründe für den starken Anstieg der Einsätze war der milde Winter 2006/2007 und das ungewöhnlich warme Frühjahr 2007. Viele Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen kämpften mit den ungewohnt hohen Temperaturen.

Die meisten Einsätze musste „Christoph 31“ in Berlin mit 2.990 Starts absolvieren. Diese Station verbuchte gleich fünfmal den Tageshöchstwert mit 15 Rettungsflügen. „Christoph 20“ in Bayreuth rückte mit 1.728 Flügen am zweithäufigsten aus. Auf dem dritten Rang folgt „Christoph Europa 1“ in Aachen mit 1.714 Einsätzen.

Der in Fulda stationierte „Christoph 28“ rückte im vergangenen Jahr 1.196-mal aus, das entspricht einer Steigerung zum Vorjahr von 6,8 Prozent. Selbst in der rauen Rhön machten sich die warmen Frühjahrstemperaturen in den Monaten März-Mai besonders dramatisch bemerkbar. In diesem Zeitraum lag die Steigerung sogar bei durchschnittlich 20,5 %  im Vergleich zum Vorjahr.

Auf Grund der außergewöhnlichen Witterung kam es bereits relativ frühzeitig im Jahresverlauf zu einer erhöhten Anzahl an Freizeitunfällen. Zusätzlich führte diese Konstellation auch zu einer geringen Fehleinsatzquote (Abbruch eines Einsatzfluges aus Wettergründen).

„Christoph 70“ aus Jena hob 1.410-mal ab und damit 3,8 Prozent häufiger als 2006. Auch in Thüringen waren die Frühjahrsmonate die einsatzstärksten, so verzeichneten die Luftretter in den Monaten April, Mai, Juni die höchsten Einsatzzahlen. Die „7“ war im vergangenen Jahr eine magische Zahl für Christoph 70: Am 07.07.07 flog er den 777. Einsatz.

Bei über der Hälfte aller Einsätze (58 Prozent) handelte es sich um internistische Notfälle wie akute Herzerkrankungen oder Schlaganfälle. Der zweithäufigste Anforderungsgrund für die ADAC-Hubschrauber waren Verkehrsunfälle (16 Prozent). Bei mehr als 15 Prozent aller Einsätze wurden die gelben Engel zu Unfällen gerufen, die sich bei der Arbeit, in der Freizeit oder im häuslichen Umfeld ereigneten.

Bisher hat der ADAC als einer der Wegbereiter der Luftrettung in Deutschland und als größter ziviler Anbieter über 220 Millionen Euro in den Ausbau der Luftrettung in Deutschland investiert. Die gemeinnützige ADAC-Luftrettung GmbH beschäftigt derzeit mehr als 150 Mitarbeiter in 32 Stationen und Verwaltung und arbeitet dabei mit 760 Ärzten und 280 Rettungsassistenten der verschiedenen Standortkliniken und Hilfsorganisationen zusammen.

Der ADAC warnt: Immer wieder versuchen dubiose Drückerkolonnen an den Haustüren unter dem Deckmantel der Hilfsbereitschaft unnötige Mitgliedschaften oder Spenden für Luftrettungsorganisationen zu erschleichen. Der Automobilclub betont, dass Rettungsdienst eine staatliche Verpflichtung ist und für die schnelle Hilfe durch den Rettungshubschrauber keinerlei Mitgliedschaften notwendig sind. Für den Patienten entstehen keine zusätzlichen Kosten. Alle Einsätze werden über die Notrufzentralen unter den Nummer 112 abgewickelt (in einigen Bundesländern 19222).

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