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Weniger EU-Hörigkeit für die Landwirtschaft

Fulda/Gersfeld. Jahrzehntelange Erfahrung im Umgang und Transport mit Tieren nimmt die hessische Landesregierung den Bauern nicht ab. Der Landwirt und liberale Landtagsabgeordnete Heinrich Heidel beklagte vor Landwirten in Gersfeld ein Phänomen der deutschen Politik, auch der von Roland Koch, dass man auf EU-Vorgaben immer strikter mit Gesetzen und Verordnungen reagiert, als erforderlich. Konkret ging es um einen Tiertransportschein, den Bauern nun zu machen haben.

Selbst CDU-Kollege Dr. Norbert Herr monierte diese Entscheidung seiner Landesregierung auf der Veranstaltung. Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Dr. Hubert Beier, kritisierte den zunehmenden Flächenverbrauch durch Verkehr und Siedlungsflächen, unter den die Landwirte leiden. Gemeinsam mit Heidel setzten sich der Veranstalter, der FDP-Kreisvorsitzende und Landtagskandidat Jürgen Lender, sowie der ehemalige Chef des UNSECO-Biosphärenreservat Rhön, Heinrich Heß, für eine gemeinsame Dachmarke RHÖN für landwirtschaftliche Erzeugnisse und touristische Angebote aus der bayrischen, thüringischen und hessischen Rhön ein.

Norbert Herr will sie in diesem Anliegen unterstützen und glaubt sich künftig auch innerhalb der CDU damit durchsetzen zu können. Alle Podiumsteilnehmer bedauerten, dass die Landwirte als Schaffer der Kulturlandschaft Rhön und als Eigner von Flächen und Tieren, oft als deren Gegner dargestellt würden. Alle Landwirte hätten ein ureigenes Interesse am Erhalt dieser Landschaft für bäuerliche Nutzung und den sanften Tourismus – doch diese Landschaftserhaltung geschehe durch Bewirtschaftung und nicht durch Stilllegung.

Die Nutzung von regenerativen Energien als weiteren und komplementären Geschäftszweig sahen viele anwesende Bauern als anhaltenden Trend ihres Berufszweiges. Der FDP-Abgeordnete Heinrich Heidel nannte in diesem Zusammenhang die Wasserkraft und Mühlennutzung, die Jahrhunderte lang als Paradebeispiel für naturnahe und regenerative Energienutzung betrieben wurde und die es gelte, nach Möglichkeit zusätzlich zu den diskutierten Biogas- und Photovoltaikanlagen einzusetzen.

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