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Erfolgreiche Vorstellung von Holger Bischoffs neuem Roman

Fulda. Der neue Roman des Fuldaer Autors Holger Bischoff “Adieu Irene – Umsonst ist der Tod”, der vorigen Monat im Lauterbacher Elf Uhr Verlag erschien, stieß bei der Autorenlesung in der Buchhandlung “Libreria” auf überwältigendes Interesse. Mehrfach musste nachbestuhlt werden, und die letzten Gäste hörten sich die Lesung sogar im Stehen an.

Holger Bischoff wurde vielen Lesern als Autor von Kurzkrimis bekannt, die in der Fuldaer Zeitung erschienen. “Adieu Irene” ist sein viertes Buch, allerdings sein erster umfangreicher Roman. Mit diesem ging Bischoff ein recht hohes Wagnis ein, insofern sich die Hauptfigur überhaupt nicht als Identifikationsfigur eignet. Denn “Tom” ist ein echtes Ekel: selbstverliebt, gefühlskalt, überheblich.

Der Roman bedient gleich mehrere Genres: es ist eine Kriminalgeschichte ebenso wie eine Milieustudie (bei der Fuldaer Leser mache  Wiedererkennugseffekte haben dürften), das Psychogramm eines Egozentrikers, der Insider-Report einer Männerfreundschaft (oder besser Komplizenschaft) sowie, und das wohl in erster Linie, ein Buch über die Konflikte einer Ehe.

Holger Bischoff las dem hoch interessiertem Publikum den Anfang sowie zwei weitere Kapitel seines Romans vor, welche die Grundkonflikte und die Persönlichkeiten der Figuren gut vermittelten. Geschult durch das Verfassen von Kurzkrimis verfügt Bischoff über einen präzisen Schreibstil, der das Wesentliche markant vermittelt, die Dramaturgie berherrscht und der zu glaubhaften Dialogen fähig ist. Das durchaus pointierte Ende soll hier freilich nicht verraten werden. Bischoffs lockerer Vortragsstil fesselte die Aufmerksamkeit der Zuhörer über die gesamte Dauer.

Musikalisch umrahmt wurde die Lesung von dem Schlitzer Liedermacher Michael Hoffkamp, der mehrere Lieder sang, die ebenfalls das Thema der Liebesbeziehung aufnahmen. Besonders beklatscht wurde seine Vertonung eines Gedichtes von Holger Bischoff, die er zum Ende noch einmal wiederholen musste.

Die Diskussion zwischen Autor und Publikum nach der Lesung drehte sich sowohl um Fragen der Werkgenese als auch um inhaltliche Aspekte des Romans. Die ebenfalls im Buch vorhandenen, erotischen Stellen stießen dabei auf ein durchaus geteiltes Echo. Vorherrschend war jedoch die Anerkennung für die eigentlichen Stärken des Romans: den gekonnten Erzählstil und die seltene Offenheit der männlichen Perspektive in einem Geschlechterkonflikt.

Das Buch “Adieu Irene  Umsonst ist der Tod” von Holger Bischoff (434 Seiten, 15,- €) ist in den Fuldaer Buchhandlungen vorrätig oder kann unter www.elf-uhr.de bestellt werden. (mk)

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