Rhön. Regional wie überregional profiliert sich das Biosphärenreservat Rhön immer mehr. Dies zumindest ist die Meinung von Martin Kremer, Sachgebietsleiter in der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats auf der Wasserkuppe. Die Bemühungen im Artenschutz, der Regionalentwicklung, der Bildungsarbeit oder auch im Klimaschutz tragen Früchte. Immer mehr überregionale Gruppen kommen in das Biosphärenreservat Rhön um sich vor Ort zu informieren. So besuchten im Oktober Schäfer aus der Wetterau das Biosphärenreservat, um sich über das Rhönschafprojekt kundig zu machen.
100 Jugendliche aus einem hessisch-vietnamesischen Studentenaustauschprogramm besuchten die Rhön, um Nachhaltigkeit zu praktizieren. Gemeinsam mit Rhön-Rangern und dem Revierförster Michael Sohrt führten sie Pflanzaktionen auf einem Windbruchareal durch. Angehende Naturschutzwarte aus dem Nationalpark Kellerwald und dem Biosphärenreservat Pfälzer Wald kamen in die Rhön, um hier im Rahmen von Praktika Erfahrungen zu sammeln.
Andererseits sind die Mitarbeiter des Biosphärenreservats auch überregional als Referenten gefragt. Kremer informierte auf Einladung des Bundesamtes für Naturschutz in der Schorfheide über das Klimaprojekt im Biosphärenreservat. Auf Einladung des Alpenforums Österreich war er im Salzburger Land, um die Vermarktung von biologischen Lebensmitteln und die Dachmarke Rhön vorzustellen.
Im Rahmen einer „Best practise-Tagung“ des Bundesamtes für Naturschutz wird Kremer gemeinsam mit dem Quellenforscher Stefan Zaenker im November das Rhöner Quellenprojekt auf der Insel Vilm vorstellen. Ebenfalls ein gefragter Referent ist der Biologe Joachim Jenrich, welcher über Naturschutzbelange im Rahmen einer internationalen Fluglehrerfortbildung informierte. Gefragt war Jenrich auch auf der internationalen Greifvogeltagung in Halberstadt, wo er über wissenschaftliche Untersuchungen von Greifvogelgewöllen referierte. Auf dem Hessischen Faunistentag in Wetzlar stellte Jenrich für das Biosphärenreservat Rhön das Kleinsäugerbuch vor.
Otto Evers, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle, begrüßt das Engagement seiner Mitarbeiter. „Die Rhön steht in einem harten Wettbewerb mit anderen deutschen und internationalen Urlaubsregionen. Das Biosphärenreservat Rhön kann, will und soll einen Beitrag zur Profilierung der Region leisten. Letztlich ist diese Art der Kommunikation aber das Kerngeschäft von Biosphärenreservaten, die von der UNESCO ausdrücklich den Auftrag haben, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit auf vielfältigste Weise zu betreiben“.