Künzell. „Gute Arbeit unter ungerechten Verhältnissen?“ ist das Thema der Jahresauftaktveranstaltung IMPULS 2008 der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Diözesanverband Fulda. In einem einführenden Referat wird Pater Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ aus Frankfurt als einer der bedeutendsten Sozialethiker Deutschlands seine Sicht einer christlichen Gesellschaftsordnung unter anderem im Hinblick auf das Thema gerechte Bezahlung darstellen.
Die Veranstaltung findet am Samstag, dem 12. Januar 2008 statt und ist offen für alle Interes-sierte. Sie beginnt um 9.00 Uhr mit einer Heiligen Messe in der Pfarr-kirche Maria Hilf in Künzell-Bachrain und wird um 10.00 Uhr mit einem Stehempfang im Pfarrheim fortgesetzt. Um 11.30 Uhr folgt das Referat.
Es gehört zu den ureigenen Aufgaben der KAB, sich mit Fragen der Gerechtigkeit im gesellschaftlichen Miteinander zu befassen. Nicht nur der Hinweis auf Missstände und Fehlentwicklungen, sondern auch der Einsatz für alternative Wege und Lösungsangebote gingen und gehen von der KAB aus.
So befasste sich die KAB Fulda in den letzten Jahren mit den Thema„Europa – arbeitslos? – Geht in Europa der Erwerbsarbeit aus?“ und auch mit dem Althausschen Modell eines „Solidarischen Bürgergelds“ im Vergleich zum KAB- Modell „Tätigkeitsgesellschaft“. Die Proklamation „Die Arbeit des Menschen ist unantastbar – Vision Tätigkeitsgesellschaft“ war das Ergebnis des letzten Diözesantags der KAB.
Zwar geht nach offizieller politischer Lesart nunmehr die Arbeitslosigkeit in Deutschland zurück, doch immer deutlicher wird erfahrbar, dass häufig die Entlohnung aus einer Vollzeitstelle nicht mehr ausreicht, den Lebensunterhalt zu finanzieren. Das sind Schieflagen, die schon lange bekannt sind, und die sich immer mehr zuspitzen. Die Annahme, die Kräfte der Selbstregulierung des Marktes würden gleichzeitig auch die sozialen Probleme lösen, ist ein Irrglaube. Ohne politisches Handeln gibt es keinen Weg zu Gerechtigkeit und Achtung der Menschenwürde.
Mit Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ konnte die KAB für den IMPULS 2008 einen Referenten gewinnen, der sich seit langer Zeit nicht nur mit genau die-sen Problemen wissenschaftlich auseinandersetzt, sondern auch deutlich, sehr oft gegen den Strom, Position bezieht. Seine Schwerpunkte sind: Zu-kunft der Arbeitsgesellschaft, Verbindung von Erwerbssystemen und soziale Sicherung, politische Wirtschaftsethik, demokratiefähige Marktwirtschaften. Wir freuen uns auf einen der bedeutendsten Sozialethiker Deutschlands. (Michael Schmitt)