Oberelsbach. Der Grundstein für das „Grüne Klassenzimmer“ ist gelegt. Bayerns Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Dr. Markus Söder, versenkte die Kupferhülse persönlich. In ihr befinden sich eine Urkunde, Geld, die tagesaktuellen Zeitungen und die Baupläne für das Gebäude, das in Zukunft der Umweltbildung dienen soll. Zuvor hatte die Bürgermeisterin des Marktes Oberelsbach, Birgit Erb, die zahlreichen Ehrengäste und Bürger des Ortes begrüßt. „Es gibt nicht viele Biosphärenreservate, in denen die Bevölkerung so deutlich hinter einer Einrichtung steht wie hier“, meinte sie. Das „Grüne Klassenzimmer“ solle eine Umweltbildungseinrichtung werden, in denen den Schülerinnen und Schülern gelernt werden kann, was eine intakte Kulturlandschaft so wertvoll macht. „Denn wir können nur das schützen und wertschätzen, was wir auch kennen“, hob Erb hervor.
Beim „Grünen Klassenzimmer“, sagte Dr. Markus Söder, gehe es um etwas, das für die Zukunft des ganzen Landes entscheidend ist. „Wir haben die Verantwortung auch für die anderen Geschöpfe. Deshalb ist es ein ethischer Auftrag, sich um die Bewahrung der Schöpfung zu kümmern“, meinte der Minister. Artenschutz könne aber nur funktionieren, wenn es eine breite Umweltbildung gibt. „Mit diesem Grundstein wird diese Einrichtung in Oberelsbach zu einer ganz wichtigen Umweltbildungseinrichtung für ganz Bayern. Wir wollen, dass sie in die gesamte Thematik Umwelt im Biosphärenreservat Rhön eingebettet wird. Das Haus selbst ist dabei das Juwel“, hob der Minister hervor. Mit dem „Grünen Klassenzimmer“, das mit 4,75 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung finanziert wird, werde das Biosphärenreservat Rhön gestärkt, denn es verbinde ökologisch und ethisch Wichtiges mit ökonomisch Nützlichem.
Es gehe nicht schlechthin um ein Haus, sondern um eine wichtige Idee für unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder, betonte der Landrat des Rhön-Grabfeld-Kreises, Thomas Habermann. „Wir müssen für die Zukunft überlegen, wie wir Energie erzeugen, wie wir mit dem Boden umgehen, was mit unserem Wasser wird, ob und wie wir noch Landwirtschaft betreiben können, wie es mit der Artenvielfalt aussieht und wie wir wirklich selbst verantwortlich mit der Schöpfung umgehen. Das ist eine Vielzahl von Fragen, die allesamt im Grünen Klassenzimmer diskutiert werden müssen“, meinte Habermann. In der Rhön gebe es noch einen Ist-Zustand, wo vieles erhalten sei, und das betreffe nicht nur die Artenvielfalt. „Wir alle wissen, dass es ohne die Unterstützung der Bevölkerung mit all unseren Zielen nichts wird, aber die Bevölkerung hat die Idee des Biosphärenreservats Rhön von Anfang an mitgetragen.“
Die Grundsteinlegung für das „Grüne Klassenzimmer“ sei ein Aufbruch, sich zur Umweltbildung und zur Rhön zu bekennen, sagte Bad Kissingens Landrat Thomas Bold, der zugleich Vorsitzender des Vereins „Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V.“ ist. „Es geht unter dem Strich darum, dass die Lebensqualität in unserer Heimat besser wird“, hob Bold hervor. Es sei fantastisch, dass sich der Freistaat Bayern mit diesem Projekt zum Biosphärenreservat Rhön bekennt und gleichzeitig zeigt, wie wichtig ihm die Umweltbildung sei.
Fotos: Carsten Kallenbach