Fulda. Für das Thema der „Ethik des Lebens“ konnte das Bonifatiushaus den renommierten Theologen Professor Doktor Schockenhoff gewinnen. Seit 2001 ist Herr Dr. Schockenhoff Geschäftsführender Herausgeber der „Zeitschrift für medizinische Ethik“ und seit 2008, neben seiner Tätigkeit als Professor für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität, stellvertretender Vorsitzender des deutschen Ethikrates. Ausgehend von den Grundlagen und Bewertungskriterien einer christlichen Lebensethik zeigte Herr Dr. Schockenhoff in seinem Vortrag den untrennbaren Zusammenhang von Mensch und Würde auf.
So sei die Würde des Menschen gottgegeben d.h. „sie liegt in der Person selbst“ und könne sowie dürfe daher auch nicht von Menschen genommen werden. Auch „das Leben selbst“ als elementare physische Voraussetzung von Menschenwürde muss somit geschützt werden. Im Verständnis der Katholischen Kirche und im Widerspruch zu anderen Meinungen beginnt dabei das Leben mit der Befruchtung, da ab diesem Zeitpunkt das Entwicklungspotential des Menschen ganz vorgebildet ist. „Es ist „ein und derselbe Mensch“, der heute als Embryo und in 50 Jahren als Erwachsener existieren wird.“ so Dr. Schockenhoff.
Auch der utilitaristische Ansatz vom „größten Glück, der größten Zahl“ muss dabei der christlichen Ethik widersprechen. Denn selbst um viele Leben zu retten darf man keines opfern. Unter diesem Gesichtspunkt muss auch die Auseinandersetzung mit den Bereichen der Präimplantationsdiagnostik und Stammzellenforschung gesehen werden. In der sich anschließenden intensiven Diskussion wurde unter anderem auch das Recht der Menschen auf Sterbehilfe thematisiert. Das Recht der Entscheidung zur Selbsttötung würde dabei jedoch laut Dr. Schockenhoff zu keiner Stärkung der Autonomie des Menschen führen, da dieses Recht auch zur Pflicht werden könnte. Dies sei z.B. der Fall wenn die Belastung der Angehörigen vom Patienten selbst als kaum zumutbar angesehen würde und er damit dem Druck ausgesetzt wäre diesen Zustand zu beenden.