Schönes aus Fulda. Für ihren Einsatz im Religionsunterreicht hat Bischof Heinz Josef Algermissen in seinem diesjährigen Weihnachtsbrief allen Religionslehrern im Bistum Fulda gedankt und sie gebeten, in ihrem Engagement für die religiöse Bildung der Kinder und Jugendlichen nicht nachzulassen.
„Die Arbeit im Religionsunterricht und in der Schule überhaupt ist für Sie im ablaufenden Jahr sicher nicht leichter geworden; die Entwicklungen in der Bildungspolitik und die vielfältigen Aufgaben, die vor Ort zu erledigen sind, lassen dies mit einer gewissen Sicherheit vermuten“, betonte der Oberhirte in dem Schreiben. Nur noch mit besonderer Anstrengung könnten an vielen Schulen konfessionell homogene Lerngruppen gebildet werden.
Algermissen erinnerte in seinem Brief daran, daß die Religionslehrer oftmals die von Schulleitern und Kollegen in der Schule als überholt angesehene Position eines konfessionellen Religionsunterrichts verteidigen oder darum kämpfen müßten, daß es überhaupt Religionsunterricht an ihrer Schule gebe. „Auch wenn Sie diese Probleme nicht haben, treffen Sie im Religionsunterricht immer mehr auf Schülerinnen und Schüler, die vielleicht noch eine grundsätzliche Offenheit für religiöse Fragen, aber kaum noch eigene religiöse bzw. kirchliche Erfahrungen mitbringen.“ Das sei bei vielen Eltern nicht anders, was nicht gerade zu einer besonderen Wertschätzung des Faches katholische Religion beitrage.
Nach dem besonderen Jubiläumsjahr der heiligen Elisabeth 2007, dem 1150. Todestag des heiligen Abtes Rabanus Maurus 2005 und der 1250. Wiederkehr des Todestages des heiligen Bonifatius 2004 sei das kommende Jahr ein „normales“ Jahr ohne besonderes Jubiläum. „Sicher brauchen wir Zeit, um die vielfältigen Impulse, die mit der Erinnerung an die großen Heiligen in der Geschichte der Kirche von Fulda gegeben wurden, wirken zu lassen.“ Was auch im neuen Jahr die Kirche weiter begleiten werde, sei die Aufgabe zur Ausgestaltung der neu errichteten Pastoralverbünde. „Hier sind alle Mitglieder in den Gemeinden gefordert, die neuen Strukturen anzunehmen und mit Leben zu erfüllen“, stellte der Oberhirte heraus.
Die Religionslehrer könnten mit dazu beitragen, daß dieses Ziel erreicht werde. Denn die Arbeit in den Pastoralverbünden fordere mehr als früher das Engagement von Laien. „Gemeinsam mit den Priestern und den Hauptamtlichen im pastoralen Dienst tragen sie Verantwortung für die Sendung der Kirche“, hob der Bischof hervor. Bei der Bestimmung der Aufgaben, denen sich ein Pastoralverbund in besonderer Weise zuwende, dürfe auf keinen Fall die Schule vergessen werden.
Damit sei nicht nur der Beitrag der Priester und Hauptamtlichen im pastoralen Dienst für die Erteilung des Religionsunterrichts in den Schulen, sondern auch die seelsorgliche Verantwortung für die Schüler gemeint. „Helfen Sie mit, daß Gottesdienste zum Beginn und Ende eines Schuljahres auch weiterhin angeboten werden“, bat Algermissen.
Auch die Kirchengemeinden vor Ort sollten bei der Absprache über Gottesdienste an besonderen Tagen im Kirchenjahr wie Aschermittwoch und Allerheiligen durch die Lehrer unterstützt werden. „Wir haben in unserem Bistum an einzelnen Schulen erfolgreich mit Angeboten von Schulpastoral begonnen“, so der Bischof weiter.
„Die positive Resonanz ermutigt uns, in dieser Richtung weiterzudenken.“ Flächendeckend könnten solche Angebote jedoch nie sein; sie beschränkten sich immer auf eine überschaubare Zahl von Schulen. „Ich möchte Sie ermutigen, solchen Anfragen nicht auszuweichen, auch wenn ich weiß, daß ich damit eine zusätzliche Erwartung an Sie herantrage“, unterstrich der Oberhirte in seinem Weihnachtsbrief.