Fulda/Hanau/Kassel/Marburg (bpf). 3.046 Frauen und ihre Familien wurden im Jahr 2009 durch die Beraterinnen der Schwangerenberatung des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in der Diözese Fulda in über 6.000 Einzelberatungen zu psychosozialen und finanziellen Notlagen unterstützt und begleitet. Die fünf katholischen Schwangerenberatungsstellen des SkF im Bistum bieten laut Elisabeth Werthmüller, Diözesanreferentin des SkF, schon während einer Schwangerschaft und nach der Geburt eines Kindes in existentiellen Notlagen sowie belastenden Alltagsschwierigkeiten einer Frau oder Familie Hilfe und Begleitung an und setzen sich damit ganz wesentlich für den Schutz des ungeborenen Lebens ein. Wenn Eltern überfordert und Kinder in Gefahr seien, kämen Hilfen oft zu spät. Der Sozialdienst setze auf präventive Maßnahmen und sei auch in akuten Notlagen für die Frauen da. „Der SkF bietet notwendige, d. h. not-wendende, Lebensperspektiven für Frauen und Familien“, hebt sie hervor. Zudem hat der SkF im Jahr 2009 durch präventive, niedrigschwellige Maßnahmen wie den „Schnupperkurs mit Baby“ und allgemeine sexualpädagogische Präventionsarbeit in Schulen Notlagen vorbeugen können.
Der Auftrag der Kirche an den SkF, im Alltag den Schutz des Lebens konkret zu unterstützen, ist neben dem gesetzlichen Auftrag für die Schwangerenberatung die Grundlage der Arbeit der Schwangerenberatungsstellen des Sozialdienstes katholischer Frauen. Der SkF betreibt des weiteren ein Frauenhaus, eine Adoptionsvermittlungsstelle und eine psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle und hat drei Babyklappen errichtet. Schwangeren Frauen in Not wird intensive Begleitung angeboten. „Ziel ist es, die Elter-Kind-Beziehung von Beginn an zu stärken und so die Eltern zu entlasten, damit den Kindern ein guter Start ins Leben ermöglicht wird“, betont Werthmüller. In Kassel beispielsweise werde besonders mit gewaltbereiten Familien gearbeitet. In Fulda und Umgebung gebe es das Projekt „Babi – Begleitung am Beginn“ in Kooperation mit Stadt und Landkreis und mit der Unterstützung durch Hebammen. Ferienspiele für benachteiligte Kinder sind Inhalt eines Projekts in Bad Soden-Salmünster. Zu den Hilfsmaßnahmen des SkF in Hanau, Kassel und Marburg gehören ferner die anonyme Beratung (Tel. 0180/3320640), Kochkurse für Mütter mit wenig Geld, Second-Hand-Angebote und Sprechstunden vor Ort.
Mit 56,3 Prozent ist im Jahr 2009 der überwiegende Anteil der beratenen Frauen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren gewesen; nahezu jede vierzehnte Frau war noch keine 19 Jahre alt. 23,4 Prozent der 2009 betreuten Frauen waren katholisch, 32,2 Prozent evangelisch und 25,3 Prozent moslemisch. Der Anteil der deutschen Nationalität betrug 63,1 Prozent. Verheiratet waren 46,2 und ledig 39,5 Prozent. Dem Selbstverständnis des SkF entsprechend, werden Frauen bzw. Familien auf Wunsch längerfristig und umfassend beraten, um Problembündel mit den Familien, soweit möglich, zu lösen. Vielen hoch belasteten Ratsuchenden sei durch Zuhören, Hilfestellungen bei Behördengängen, Information und Entlastung durch Ehrenamtliche geholfen worden. 34,8 Prozent aller konkreten Hilfen waren hierbei Sachleistungen.
In besonders hohem Maß sind finanzielle und wirtschaftliche Schwierigkeiten auch im Jahr 2009 Gründe zur Kontaktaufnahme gewesen. In kausalem Zusammenhang dazu steht die hohe Zahl der Nutzerinnen, die keine Schul- bzw. Berufsausbildung haben (41,5 Prozent). 749 Familien konnten in konkreten Notlagen unbürokratisch und zielorientiert durch den Bischöflichen Hilfsfonds „Mütter in Not“ unterstützt werden. Des weiteren wurden für 1.512 Schwangere Hilfen aus der „Bundesstiftung für Mutter und Kind“ beantragt. Die Hilfen brachten Erleichterung durch die Anschaffung von Erstausstattungen und die Wohnungseinrichtung, Mietkautionen und Schwangerenbekleidung.
Die mit Hilfe von Bischof Heinz Josef Algermissen im November 2007 gegründete „Stiftung Sozialdienst katholischer Frauen“ wurde inzwischen durch fünf Unterstiftungen der Ortsvereine bereichert. Ziel der Stiftungen ist es, dauerhafte Hilfe für Menschen in Not auf der Basis christlicher Werteorientierung zu sichern, auf Notlagen im direkten Umfeld zu reagieren, Kontinuität und Weiterentwicklung der Angebote des SkF langfristig zu gewährleisten und schnelle Reaktionen auf veränderten Bedarf der Menschen in sozialen Notlagen zu ermöglichen. „Die Stiftung soll vor allem Menschen helfen, die trotz eines umfangreichen staatlichen Sozialsystems durch das soziale Netz fallen“, unterstreicht Elisabeth Werthmüller und verweist auf die Homepage der Stiftung: www.stiftung-skf.bistum-fulda.de.
In enger Zusammenarbeit mit dem Bistum und dem SkF Fulda wurde im vergangenen Herbst die „Fachstelle Ehrenamt“ eingerichtet, um die Tätigkeit der Ehrenamtlichen zu koordinieren. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf Wunsch in Familien oder bei Alleinerziehenden Hilfe und Unterstützung in alltägliche Aufgaben oder bei der Betreuung von Kindern etc. leisten, entlasteten mit ihrem Engagement überforderte Mütter bzw. Eltern. 150 Ehrenamtliche sind in dieser Weise im Bistum Fulda im Jahr 2009 für Familien und Alleinerziehende im Einsatz gewesen. Sie werden geschult und individuell auf ihre Einsätze vorbereitet. Dazu kommen fünf ehrenamtliche Vorstandsteams sowie über 60 hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon allein 20 in der Schwangerenberatung.
Kontakte Sozialdienst katholischer Frauen im Bistum Fulda:
SkF Fulda, Rittergasse 4, 36037 Fulda
Tel. 0661/839434, E-Mail: info@skf-fulda.de
SkF Bad Soden Salmünster, Bad Sodener Str. 52, 63628 Bad Soden Salmünster
Tel. 06056/5402, E-Mail: info@skf-bad-soden-salmuenster.de
SkF Hanau, Friedrichstr. 12, 63450 Hanau
Tel. 06181/364500, E-Mail: info@skf-hanau.de
SkF Kassel, Die Freiheit 2, 34117 Kassel
Tel. 0561/7004236, E-Mail: skf-kassel@t-online.de
SkF Marburg, Friedrichsplatz 3, 35037 Marburg
Tel. 06421/14480, E-Mail: skf-marburg@arcor.de