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Mathe, Deutsch und Hochseilgarten – Berufseinstiegsbegleiter helfen Schülern auf den Weg in die Arbeitswelt

100702_SchuleFulda. „Die Chancen von Jugendlichen auf einen erfolgreichen Übergang in eine betriebliche Ausbildung verbessern“ – so formuliert Berufsberatern Gabriele Wehner-Raschke von der Arbeitsagentur Fulda das Hauptziel eines Projektes, das seit dem Frühjahr 2009 auch in Fulda als Pilotprojekt läuft. Durch den Einsatz von „Berufseinstiegsbegleitern“ an drei Haupt- und einer Förderschule im Landkreis sollen Jungen und Mädchen in den Vorabschluss- und Abschlussklassen gezielt auf das Leben nach der Schule vorbereitet werden. Über eine Ausschreibung hat die Grümel gGmbH den Zuschlag für die Durchführung des Pilotprojektes im Landkreis Fulda erhalten.

Insgesamt wurden 80 Schülerinnen und Schüler an der Domschule (Fulda), an der Von-Galen-Schule (Eichenzell), an der Rhönschule (Gersfeld) sowie an der Christian-Andersen-Schule (Hünfeld) von den Schulen in Abstimmung mit der Berufsberatung ausgewählt. Grundsätzlich richtet sich das Projekt an Jugendliche, die voraussichtlich Schwierigkeiten haben werden, den Abschluss der allgemein bildenden Schule zu erreichen und den Übergang in eine berufliche Ausbildung zu bewältigen.

Für die im Durchschnitt 14- bis 18-jährigen Teilnehmer stehen nicht nur Nachhilfe in Fächern wie Mathematik und Deutsch auf dem Stundenplan, sondern auch verstärkt Berufsorientierung und Bewerbungstraining. „Eine ganz große Rolle spielt auch der sozialpädagogische Aspekt“, erklärt Wehner-Raschke. Dies bestätigt auch Elisabeth Hasenauer, die seit eineinhalb Jahren als Berufseinstiegsbegleiterin 20 Schülerinnen und Schülern an der Domschule zur Seite steht.

„Viele unserer Schützlinge haben familiäre Probleme und können nicht mit Hilfe aus dem Elternhaus rechnen“, weiß die 61-Jährige, die aus Polen stammt, wo sie als Lehrerin arbeitete. Nach Mathe oder Physik ist sie darum oftmals noch Anlaufstelle für Heranwachsende mit kleineren oder größeren Problemen im privaten Umfeld. „Wichtig sind auch die Elternkontakte. Für jedes Kind wird ein individueller Förderplan erstellt, der dann von allen Beteiligten unterschrieben werden muss.

Die meisten Mütter und Väter sind froh, dass wir ihrem Nachwuchs helfen“, betont Hasenauer. Damit Ihre Arbeit Früchte trägt, bleibt sie ständig eng an den Kindern dran und sieht zu, dass diese am Ball bleiben. „Hast du deine Hausaufgaben schon gemacht?“, „Ist die Bewerbung für dein Praktikum fertig?“, „Habt ihr die Mathearbeit schon zurück?“, sind Fragen, die für die Berufseinstiegsbegleiterin an der Tagesordnung sind.

Als Ergänzung zum schulischen Alltag beinhaltet das Konzept auch erlebnispädagogische Ansätze. – Ein ganz wichtiger Baustein, wie Gabriele Wehner-Raschke urteilt. „Im Hochseilgarten oder in der Rhön erleben sich die jungen Menschen einmal in einem völlig neuen Umfeld“, erläutert sie, „hier haben die Jungen und Mädchen oftmals Erfolgserlebnisse, die in der Schule ausbleiben.“ Der Erfolg des Projektes „Berufseinstiegsbegleitung“ sollte sich bereits im Herbst messen lassen.

„Dann werde ich mit den Jugendlichen, die nun in die neunte Klasse kommen, in Ein-zelgesprächen erarbeiten, wo der berufliche Weg sie hinführen soll. Ich bin sicher, dass sie inzwischen an ihren schulischen Defiziten gearbeitet und bessere Noten erhalten haben, sich weiter orientiert und einen realistischeren Blick auf die Berufswelt entwickelt haben und sich ihrer Talente bewusst sind “, versichert die Berufsberaterin.

Informationen in Kürze

Berufseinstiegsbegleitung:

  • Pilotprojekt der Bundesagentur für Arbeit an 1000 Schulen bundesweit, 69 hessenweit teilnehmende Schulen im Landkreis Fulda: Christian-Andersen-Schule (Hünfeld), Von-Galen-Schule (Eichenzell), Rhönschule (Gersfeld), Domschule (Fulda)
  • Begleitung von 80 Schülerinnen und Schülern von vier Berufseinstiegsbegleitern im Landkreis Fulda
  • Zielgruppe: förderbedürftige Schülerinnen und Schüler der Vorabschluss- und Abschlussklassen von Haupt- und Förderschulen
  • Dauer: Abschluss- oder Vorabschlussklasse bis erstes Halbjahr der Ausbildung
  • Bildungsträger: Grümel gGmbH
  • Förderung durch die Agentur für Arbeit Fulda: rund 520.000 Euro bis 2012
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