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JUMO-Azubis in außergewöhnlicher „Mission“

Fulda. Keine „Mission Impossible“, aber dennoch nicht ganz alltäglich war die Aufgabe, die vor einigen Wochen rund ein Dutzend JUMO-Azubis von ihren Ausbildern gestellt bekamen: In Zusammenarbeit mit dem Antoniusheim sollten sie für die in der Backstube angestellten Mitarbeiter des Antoniusheims eine Waage entwerfen und konstruieren. Diese sollte ganz auf die Anforderungen der Mitarbeiter, die eine Behinderung haben, zugeschnitten sein und ihnen trotz ihres Handicaps die Möglichkeit geben, neue Tätigkeiten ausführen zu können.

Als Spezialist für Mess- und Regeltechnik bot sich JUMO als Partner für die Realisierung eines solchen Projektes an, um auf diese Weise zum einen das Antoniusheim in seinen wichtigen Aufgaben zu unterstützen, zum anderen den Azubis die Gelegenheit zu geben, ihre Fähigkeiten und Kreativität unter Beweis zu stellen.

Hygienisch eingepackt in Kopfhauben, Füßlingen und Kitteln besichtigten die Ausbilder und Auszubildenden der Firma JUMO Mitte Mai erstmals die Backstube des Antoniusheims. Die Mitarbeiter präsentierten die Arbeiten und Produkte der Bäckerei, die hier tagtäglich für den eigenen Laden oder für Schul- und Firmenkantinen hergestellt werden. Eine kleine Kostprobe leckerer Plätzchen ließ man sich dabei natürlich nicht entgehen.

Im anschließenden Gespräch sammelte und diskutierte man erste Ideen und Vorschläge zum Aussehen und der Funktionsweise der Waage. Schon nach kurzer Zeit entstanden die ersten Zeichnungen und Anforderungsprofile für die zu konstruierende Waage. Sie sollte auch Mitarbeitern mit schwereren Behinderungen die Arbeit erleichtern, indem man eine leicht verständliche Lichtzeichenanzeige verwenden würde. Zusätzlich machten sich einige kaufmännische Azubis Gedanken zu einem Kooperationslogo, das als Zeichen der Zusammenarbeit auf der Waage platziert werden sollte.

Gebaut wurde die Waage in den folgenden Wochen von den technischen Auszubildenden im hauseigenen Ausbildungszentrum der Firma JUMO. Während sich die Elektroniker um das Innenleben und die Funktionsfähigkeit des neuen Gerätes kümmerten, nahmen sich die angehenden Industriemechaniker das Metall vor, um ein passgenaues Gehäuse zu fertigen, das die Waage gut vor Schmutz und Wasser schützt. Gleichzeitig arbeiteten angehende Industriekaufleute das endgültige Kooperationslogo aus und schrieben eine für die Mitarbeiter leicht verständliche Bedienungsanleitung.

Das Besondere an der Waage ist, dass keine Gewichte abgelesen werden müssen. Durch Betätigung eines Tasters kann das abzuwiegende Produkt mit einer voreingestellten Gewichtsangabe ausgewählt werden. Ist das richtige Gewicht erreicht, leuchten in der Lichtanzeige zwei grüne Lampen. Wird zu wenig bzw. zu viel abgefüllt, leuchten orange bzw. rote Lampen.

Am 30. Juni war es dann so weit: Nach vielen Wochen Vorbereitung und Arbeit wurden im Beisein der kaufmännischen und technischen Azubis, der Ausbildungsleiter Tamara Stauch und Christoph Hohmann die beiden Waagen den Mitarbeitern der Bäckerei in einer kleinen Feierstunde überreicht. Der Leiter des „Hauses Martha“, Swen Friedrich, dem die Bäckerei innerhalb des Antoniusheims zugeordnet ist, und dem Leiter der Bäckerei, Manfred Heil, waren sehr erfreut über das Engagement der Firma JUMO und der Auszubildenden. Im Anschluss ließ man die Veranstaltung in netter Runde bei Kaffee und Kuchen in der Caféteria des Antoniusheims ausklingen.

Bei diesem Projekt konnten die Auszubildenden neue Erfahrungen sammeln, sie mussten selbst aktiv und kreativ sein und sich in die Situation von Menschen mit Behinderung versetzen. Gar nicht so einfach, denn für viele war es die erste Begegnung und Zusammenarbeit mit Menschen, die eine Behinderung haben, aber auch eine sehr gute Gelegenheit, Berührungsängste abzubauen, die Bedürfnisse dieser Menschen kennen zu lernen und auch einmal einen Blick hinter die Kulissen einer so bedeutenden sozialen Einrichtung wie der des Antoniusheims zu werfen. Nebenbei war die Aktion für die Auszubildenden eine schöne Abwechslung zum „Tagesgeschäft“, bei der technische und kaufmännische Azubis zusammenarbeiten konnten, was im Arbeitsalltag seltener der Fall ist.

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