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Orgelmatinee im Fuldaer Dom mit Ulrich Walther

100618_UliwaltherKleinFulda. Die Initialen von Johann Sebastian Bach haben eine Vielzahl von Komponisten zur herausragenden Leistungen und Kompositionen beflügelt. Eine der bedeutendsten Zyklen in diesem Zusammenhang stammt von Robert Schumann. Ulrich Walther präsentiert in seiner Orgelmatinee am 26. Juni, 12.05 Uhr, diese sechs Fugen über B-A-C-H vollständig, was relativ selten zu hören ist. Der Kostenbeitrag für die Orgelmatineen beträgt 3,50 € (ermäßigt 2,50 €).

Ulrich Walther, geboren 1980. Studium in Stuttgart (künstlerisches Hauptfach Orgel, Schulund Kirchenmusik) bei Prof. Dr. Ludger Lohmann (Orgel), Prof. Diether Kurz (Chorleitung), Prof. Hans- Martin Corrinth und Prof. Jürgen Essl (Improvisation). Nebenbei Teilnahme an zahlreichen Meisterkursen, u. a. bei Lorenzo Ghielmi, Daniel Roth, Hans-Ola Ericcson, David Sanger, Heinz Wunderlich, Gerhard Weinberger, Jon Laukvik. Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe (u. a. 2007 St. Albans/GB 1. Preis und Publikumspreis, 2008 Stipendium des Deutschen Musikrates und Aufnahme in die Bundesauswahl „Konzerte junger Künstler“, 2008 1. Preis und Messiaen-Sonderpreis beim Bach-Liszt-Wettbewerb in Weimar-Erfurt-Merseburg). Seit 2008 Gastprofessur in Graz. Konzertverpflichtungen führten ihn zu bedeutenden Festivals: u. a. Nürnberger Orgelwoche, St. Bavo Haarlem, Chartres Cathedral, Bodensee Musikfestival, Oberstdorfer Kunstsommer, Organ Festival Oviedo, Birmingham Town Hall, St. Gilles Edinborough, Moscow Cathedral, St. Petersburg Capella, Los Angeles St. James Episcopal Church. Seine erste CD erschien 2010 beim britischen Label Priory mit Bach-Transkriptionen Max Regers.

Robert Schumann – Sechs Fugen über den Namen BACH

Op. 60 ist ein Zyklus, der zwar selten in toto gespielt wird, aber durchaus als Ganzes konzipiert ist: Erst am Schluss der sechsten Fuge steht „Fine“. Nr. 1 in B-Dur repräsentiert den Typus der Steigerungsfuge („Nach und nach schneller und stärker“); Nr., 2 ebenfalls in B-Dur, begegnet dem alten Satzprinzip mit teilweise beethovenschen Mitteln. Mit Nr. 3, einer andachtsvollen Meditation in g-Moll wird B-Dur vorübergehend verlassen, bis Nr. 4, mit ihren Engführungen und krebsgängigen Themenpräsentationen die „gelehrteste“ der sechs Fugen, wieder an die „Haupttonart“ des Zyklus anknüpft.

Nr. 5 in F-Dur ist, äußerlich der Gigue folgend, ein romantisches Scherzo: Schumann gelingt hier das Kunststück, die Tonfolge B-A-C-H im Thema so zu verstecken, dass ihr erneutes Auftreten (in punktierten Vierteln) als Novum wirkt. Nr. 6 (B-Dur) schließlich dringt bis zur Fünfstimmigkeit vor, leitet aus dem dritten Thementakt ein zweites Thema ab und baut sich so zur Doppelfuge auf, kontrapunktische Kunst und romantischen Willen zum monumentalen Klang verbindend.

Den Fugenzyklus op. 60 auf die Viersätzigkeit der Sonate beziehen zu wollen, erscheint gewaltsam und überflüssig, hatte doch diese Form „ihren Lebenskreis durchlaufen“, wie Schumann selbst konstatierte. Was er anstrebte, hatte bereits Beethoven in Worte gefasst: „Eine Fuge zu machen ist keine Kunst; ich habe deren Dutzende in meiner Studienzeit gemacht. Aber die Phantasie will auch ihr Recht behaupten, und heutzutage muss in die althergebrachte Form ein anderes, ein wirklich poetisches Element kommen.“ Diese Forderung sollte fortan die Trennungslinie zwischen bloßen Handwerkern und wirklich schöpferischen Komponisten markieren.

Programm:

Robert Schumann (1810 – 1856): 6 Fugen über B-A-C-H, op. 60

  • Nr. 1: B-Dur
  • Nr. 2: B-Dur
  • Nr. 3: g-Moll
  • Nr. 4: B-Dur
  • Nr. 5: F-Dur
  • Nr. 6: B-Dur

An der Domorgel: Ulrich Walther, Stuttgart

Weitere Informationen zu den Orgelkonzerten im Fuldaer Dom finden Sie unter www.orgelmusik.bistum-fulda.de

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