Fulda. Die ungleiche Beteiligung der Bürger an dem Sparpaket der Bundesregierung zur Konsolidierung der Staatsfinanzen erzeugt nach Ansicht der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Diözesanverband Fulda, Wut und Enttäuschung in der Bevölkerung und wird mittelfristig den Effekt der Destabilisierung der Gesellschaft verstärken. Deshalb sei es dringend geboten, die Unwucht aus den Sparmaßnahmen heraus zu nehmen und vor allem die höheren Einkommen und die Vermögenden stärker an den finanziellen Belastungen zu beteiligen.
„Wer stark ist kann auch mehr tragen als Schwache“, erklärte der Sozialexperte im KAB Diözesanvorstand, Aloys Zumbrägel aus Kassel Die Angst vor dem sozialen Abstieg und das Gefühl, dass andere Personengruppen vermeintliche oder tatsächliche Vorteile erhalten, war schon mehrfach in der Geschichte der Grund für eine politische Radikalisierung breiter Bevölkerungsschichten mit fatalen Folgen für die ganze Gesellschaft.
Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in Deutschland nicht nur gefühlsmäßig größer geworden. Die neueste Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belegt diese Tatsache in diesen Tagen mit belastbaren und deutlichen Zahlen. Die Teilhabe aller Bürger am wirtschaftlichen Wohlstand zu sichern, war bisher weitgehend gesellschaftlicher Konsens. Dies fordert auch das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes. Offensichtlich wird dieser Konsens derzeit in Frage gestellt.
Aus christlicher Mitverantwortung für die gesellschaftlichen Verhältnisse spricht sich die KAB in aller Deutlichkeit gegen solche spaltende Ansätze aus. Wir messen die Handlungen der Verantwortlichen in der Politik auch daran, wie sie Einfluss auf die Situation der Schwächeren in der Gesellschaft nehmen. Das Sparpaket der Bundesregierung spricht leider eine eindeutige Sprache und muss nach Ansicht der KAB deswegen dringend korrigiert werden.