Fladungen. Unter dem Motto „Historische Höfe öffnen ihre Tore“ steht die 4. Fränkische Woche in Rhön-Grabfeld vom 13. bis 20. Juni 2010. Auftakt des vielversprechenden bunten Veranstaltungsreigens bildete am Sonntag der 12. Unterfränkische Mundarttag im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen mit Theater, Geschichten, Gedichten, Sketchen, Musik und Volkstanz.
Im Tanzsaal des Museumsgasthauses „Schwarzer Adler“ war wieder „Theater un süsst wos“ geboten. Der kurzweilige Nachmittag, der von der Arge Mundart-Theater Franken gemeinsam mit der Heimatpflege des Bezirks und dem Freilandmuseum veranstaltet wurde, hielt allerhand Schmankerl für die Besucher bereit. Bis in den frühen Abend sorgten im Wirtshaussaal drei Mundartdichter, zwei Gesangs- und Musikensembles sowie fünf Theatergruppen für gelungene Unterhaltung und in den Pausen zeigten die Volkstanzgruppen aus Salz und Fladungen im Biergarten ihr Können.
Aus dem Bereich der Mundartdichtung waren Ilse Jurisch aus Sennfeld, Fritz Held aus Ostheim und Linus Kunkel aus Neuhütten (Spessart) mit von der Partie und boten allerlei heitere und auch nachdenkliche „Gedichtlich und Geschichtlich“. Gute Unterhaltung war auch mit den Theaterleuten aus Katzenbach, Gefäll, Geldersheim und Burkhardroth sowie mit den beiden Grabfelder Kabarettisten Fredi Breunig und Martin Wachenbrönner alias „Eustach und Gotthold“ geboten. Die Besucher durften sich außerdem an „Mundart und Mussig“ der Gruppe Henz mit dem Ehepaar Klose aus Gressthal und am Familienquartett „Kaufmannswoar“ aus Weißbach erfreuen. In den Zwischenpausen sorgte der Vorsitzende der Arge Mundart-Theater Franken Manfred Zirkelbach mit „Liedlich“ und kleinen Vorträgen für Kurzweil ebenso wie der Unterelsbacher Helmut Handwerker mit seiner Ziehharmonika.
Unter den Besuchern befanden sich auch Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Klaus Reder, Karsten Eck, Geschäftsführer des Zweckverbandes Fränkisches Freilandmuseum und Dr. Astrid Hedrich-Scherpf von der Kulturagentur Rhön-Grabfeld. Sie betonten den Stellenwert des Unterfränkischen Mundarttages und schrieben der Pflege des Dialektes als traditionelles Sprachgut große Bedeutung zu. Der Begriff „Mundart“ berge nicht zuletzt auch den Begriff „Art“, also Kunst, wie Reder ausführte und der Veranstaltung die weitere Unterstützung des Bezirks zusicherte.
Dr. Astrid Hedrich-Scherpf verwies auf die Vielzahl an Veranstaltungen die dem Mundarttag im Rahmen der 4. Fränkische Woche noch folgen. In insgesamt 18 Veranstaltungen wird typisch Fränkisches zum Zuschauen und Mitmachen mit Theater, Musik, Tanz, Geschichten, Vorträgen und Ausstellungen geboten und Tradition und Lebensart der Region lebendig.
Noch bis 18. Juli zu sehen ist die Fotoausstellung des Netzwerks für Jugendkultur „Fränkische Höfe im Grabfeld aus Sicht der Jugendlichen“ in den Museen in der Schranne in Bad Königshofen. Am 15. Juni lockt ab 17 Uhr der Fronhof sowie der Innenhof des Heimatmuseums Salzhaus in Mellrichstadt mit Rosenköstlichkeiten. Leckeres und Wohltuendes aus Rosen wie Rosengelee oder Rosenbadezusätze werden dem Besucher nähergebracht und vieles kann auch ausprobiert werden. Ab 20 Uhr lädt der Fränkische Hof in Aubstadt zum Offenen Wirtshaussingen im tpyisch fränkischen Hof mit Wolfgang Abschütz und dem Gesangsverein Eintracht 1987 Aubstadt ein.
Am 16. Juni führt die Fränkische Woche in das Schloss von Neustädtles, das um 20 Uhr Schloss und Hof für eine 30minütige Führung durch Graf und Gräfin von Soden öffnet. Auch die Julius-Bibliothek kann besichtigt werden. Im Hof des Schlosses werden Speis und Trank angeboten. Im Vierseithof in Oberstreu erklingen am 17. Juni ab 16 Uhr zünftige Blasmusik sowie bekannte Lieder vom Sängerverein Oberstreu. Ab 19 Uhr sorgt Mundartdichter und Liedermacher Conny Albert für Kurzweil. Zur Stärkung gibt es fränkische Bratwürste, Oberstreuer Brauhausbier, Apfelmost und geröstete Brote mit Schmalz. Am gleichen Tag führt im Fränk. Freilandmuseum Fladungen um 19 Uhr Museumsleiterin Dr. Sabine Fechter durch die Hofstellen des Museumsdorfes.
Der Eintritt ist meist frei. Das komplette Programm bis einschließlich 20. Juni ist in Gratisbroschüren sowie im Internet unter www.fraenkische-woche.de einsehbar. Weitere Informationen auch über die Kulturagentur Rhön-Grabfeld, Tel. 09771/94 674.