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Neues Artenschutzprojekt ist in Planung – Rhöner Teiche und Tümpel mit der Karausche besetzen

100601_ArtenschutzprojektRhön. Der Fisch des Jahres, die Karausche, soll im Biosphärenreservat Rhön wieder heimisch werden. Zur Jahresbesprechung trafen sich jetzt die ehrenamtlichen Krebs- und Gewässerwarte beim Biosphärenreservat Rhön auf der Wasserkuppe. Auf der Tagesordnung standen Wiederbesiedlungsmaßnahmen für die Karausche. Besprochen wurden auch das weitere Vorgehen im Krebsprojekt sowie Schulungsmaßnahmen. Der Fischereibiologe Christoph Dümpelmann und Martin Kremer vom Biosphärenreservat Rhön warben zunächst für das neue Artenschutzprojekt mit Besiedelungsmaßnahmen für die Karausche. Der Fisch ist ein extremer Überlebenskünstler, der in Brackwasser und stark verkrauteten Teichen, Tümpeln und Altarmen anzutreffen ist und auch mit extrem niedrigem Sauerstoffgehalt und Faulschlamm zurecht kommt.

Bei Trockenheit kann er in feuchtem Schlamm überleben. Selbst Frostperioden übersteht der Fisch. Alarmierend ist aber, dass die Art stark rückläufig ist und auf der strengen neuen Rote Liste des Bundes in die Gefährdungsstufe II hochgestuft wurde. Ein Nachweis der seltenen Karausche ist nun in den Teichen des Vereins Scalare, Fulda (Tümpelgarten), gelungen. In Kooperation mit Scalare will das Biosphärenreservat Rhön zunächst versuchsweise kleine Waldteiche, die nicht mit Raubfischen besetzt sind, besetzen. Die wissenschaftliche Begleitung wird durch den Biologen Christoph Dümpelmann sichergestellt. Vermutet wird, dass insbesondere im Bereich von Altarmen und Überschwemmungsgräben der Auen weitere kleinere Karauschenvorkommen existieren.

Das Biosphärenreservat Rhön ruft daher die Angel- und Naturschutzverbände auf, eventuell bekannte Bestände bei der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön zu melden. Fortgeführt wird 2010 auch das Edelkrebsprojekt. Die Krebswarte haben sich bereit erklärt, in den nächsten Wochen verstärkt nach weiblichen Edelkrebsen Ausschau zu halten, da diese derzeit Eier tragen. Entsprechende Nachweise sind der Beleg, dass sich die Besatzkrebse inzwischen in den Rhöner Bächen wieder natürlich vermehren. Vor wenigen Tagen ist dem Naturschutzwart Joachim Walter ein entsprechender Fang im Dammersbach gelungen. Auch der Angelverein Petersberg berichtete über entsprechende Fänge.

Während der Sommermonate werden dann die regelmäßigen Bereusungen zur Bestandserhebung fortgesetzt. Im Oktober ist eine letztmalige Besatzmaßnahme in Kooperation mit der Oberen Fischereibehörde des Regierungspräsidiums Kassel geplant. Auf dem Fortbildungsplan der Gewässerwarte stehen für die 2. Jahreshälfte Vorträge über die Karausche, den Schneider und das Krebsprojekt. Eine Fachexkursion ist an den Rhein in das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblauchsaue geplant.

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