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Der „Codex Eberhardi“ – heute Vortrag über Mönch Eberhard im Vonderau Museum

Fulda (cp). Der Fuldaer Geschichtsverein beginnt das Veranstaltungsprogramm 2010/2011 unter seinem neuen Vorsitzenden Oberbürgermeister Gerhard Möller am 5. Mai um 19.30 Uhr mit einem Vortrag über den Mönch Eberhard im Vortragssaal des Vonderau Museums. Dessen berühmtem handschriftlichen Codex verdanken viele Orte im Fuldaer Land ihre Ersterwähnung. Anlässlich des Abschlusses der Buchausgabe des „Codex Eberhardi“ wird Dr. Heinrich Meyer zu Ermgassen (Marburg) die Person des Mönchs Eberhard als Fälscher wie auch als Fuldaer Patriot in den Vordergrund stellen. Begleitet wird der Vortrag von einer Buchvorstellung der Historischen Kommission für Hessen, die dem Bilderschmuck in Eberhards Werk gewidmet ist.

„Der Buchschmuck des Codex Eberhardi“

Der Codex Eberhardi wurde im Kloster Fulda in der Mitte des 12. Jahrhunderts angelegt. In einer Krisenzeit sollte mit einer Dokumentation auf den seit Gründung des Klosters durch den Heiligen Bonifatius 744 riesig angewachsenen Besitzstand aufmerksam gemacht werden, der von Friesland bis zu den Alpen, ja sogar bis Rom reichte. Zugleich sollten die zahlreichen Schutzprivilegien von den höchsten Gewalten der Christenheit, von Päpsten und Kaisern, in das allgemeine Bewusstsein gerufen werden. Mit diesem auf öffentliche Wahrnehmung abzielenden Zweck hängt die überaus reiche Bildausstattung der Handschrift zusammen. Sie wird hier erstmals vollständig in farbiger und originalgroßer Wiedergabe präsentiert und mit einer Einführung versehen, die auf den Charakter der Handschrift, die umstrittene Arbeitsweise des Mönchs Eberhard und die Beschäftigung der Wissenschaft mit diesem Gegenstand eingeht.

Vollständige Abbildung der Summarien

Diese Publikation richtet sich ebenso an ein Fachpublikum von Historikern und Kunsthistorikern wie an eine breite Öffentlichkeit, die an dem bisher ungehobenen Schatz aus dem farbigen Mittelalter interessiert ist. Es ist ein willkommenes Nebenergebnis, dass durch die vollständige Abbildung der Summarien die zahlreichen darin enthaltenen Ersterwähnungen von Orten nun in ihrer originalen Erscheinungsform mit der Edition des Codex Eberhardi verglichen werden können. Somit leistet dieser Band auch für die Orts- und Sprachforschung sowie für die Landesgeschichte einen wichtigen Beitrag.

Heinrich Meyer zu Ermgassen: Der Buchschmuck des Codex Eberhardi, Marburg ( N.G.Elwert Verlag) 2009 (Veröffentlichung der Historischen Kommission für Hessen 58,4), 34 €

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