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Ausstellung zu „Neofaschismus in Deutschland“ in der Limesschule Altenstadt

100323_LimesschuleAltenstadAltenstadt. Im Forum der Limesschule in Altenstadt war über einen Zeitraum von zwei Wochen eine Ausstellung von großformatigen Plakaten zum Thema „Neofaschismus in Deutschland“ zu sehen. Die reichhaltig mit Text versehenen Plakate boten den Schülerinnen und Schülern hervorragende Denkanstöße und Diskussionsstoff. Die Ausstellung will dazu beitragen, dass die gezeigten Bilder nicht dauerhaft zum deutschen Alltag gehören. Sie will über Ideologie und Praxis des Neofaschismus informieren und Ursachen für die Ausbreitung rassistischen, nationalistischen und militaristischen Denkens und Handelns benennen.

Die insgesamt 29 Plakate lieferten umfassenden Stoff für Diskussionen und boten anschauliches Material für Politik-, Geschichts- und Ethikunterricht. Die Ausstellung wurde im Rahmen des Xenos-Projekts gezeigt. Dieses Bundesprogramm integriert Aktivitäten gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Abgeleitet vom altgriechischen xénos – der Fremde, der Gastfreund – steht der Name des Programms für Toleranz, Weltoffenheit und zivilgesellschaftliches Engagement. Der Wetteraukreis beteiligt sich an Xenos und unterstützt Projekte an Schulen und in Ausbildungsbetrieben. Im Wetteraukreis sind neben der Limesschule vier weitere Schulen an dem Projekt beteiligt, das eine Laufzeit bis 2014 hat.

Die Ausstellung “Neofaschismus in Deutschland” der “Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)” gibt einen Überblick über das Gesamtthema Neofaschismus. Sie behandelt Neofaschismus als ein “politisches Lager” aus ganz unterschiedlichen Akteuren: Parteien, “Kameradschaften”, Vereinen, Verlagen, Bands, usw..

Die Analyse der zugehörigen Ideologie bildet deshalb auch den umfangreichen zweiten Teil dieser Ausstellung. Auf zehn Tafeln wird der “Glaube” des Neofaschismus dargestellt. So wirr und widersprüchlich dieser auch oft erscheint, zeigt doch gerade der Blick auf den Begriff der “Volksgemeinschaft”, worum es eigentlich geht: Durch eine Mischung von Versprechungen und Appellen sollen “Massen” in ein verbrecherisches politisches Gesamtkonzept eingebunden werden. Im unteren Abschnitt der Tafeln wird jeweils der Vergleich mit der Ideologie des historischen Faschismus gezogen.

Weitere Thementafeln beschäftigen sich mit der organisatorischen Struktur des Neofaschismus. Verstärkte Beachtung wird dabei der sich ausbreitenden faschistischen Symbolik und Ideologie in verschiedenen Jugend- und Musiksubkulturen gewidmet. Spektakuläre Immobilienkäufe werfen weiter ein Schlaglicht auf dessen erstarkenden ökonomischen Hintergrund. Der Handel mit CDs neofaschistischer Bands hat außer dem ideologischen Einfluss auch eine nicht zu unterschätzende kommerzielle Bedeutung.

Im vierten Teil wird der Blick auf Zusammenhänge und Hintergründe erweitert, ohne die der Neofaschismus gar nicht zu verstehen ist. Rassismus und Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und antigewerkschaftliche Hetze sind beileibe kein Privileg offenkundig neofaschistischer Hetzer. Es sind vielmehr ganz normale bürgerliche Politiker und Medien, die auf der Suche nach kurzfristigen Erfolgen durch ihre Stimmungsmache den Boden für Neofaschismus bereiten. Im abschließenden fünften Teil werden Anregungen für den Kampf gegen Neofaschismus gegeben. Dabei wird ein breites Spektrum unterschiedlicher Möglichkeiten zum Engagement gezeigt.

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