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„Ohne Eltern geht es nicht“ – Informationsveranstaltung mit Prof Dr. Wassilios Fthenakis

100318_BildungFulda. Mit dem Konzept „Bildung von Anfang an“ legt Hessen erstmalig in Deutschland einen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren vor, der die Altersspanne von Geburt an bis zum Ende der Grundschulzeit umfasst. Ziel ist es, alle Lebens- und Lernbereiche der Kinder während dieser ersten Jahre enger miteinander zu verknüpfen, um so die Kinder besser in ihrem Entwicklungsprozess unterstützen zu können. Eltern sind hierbei wichtige Partner für die Kindertagesstätten, Tagesmütter und Tagesväter, Familienbildung und Grundschulen.

In der Veranstaltung informiert der Vater des Konzeptes, Prof. Dr. Fthenakis umfassend über die Grundsätze des Bildungs- und Erziehungsplans, Kindergärten und Grundschulen berichten über gelungene Erfahrungen einer erfolgreichen Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen. Der Abend will die Intensivierung der Kooperation zwischen, Kindertagespflege, Familienbildung, Schule und Elternhaus aufzeigen.

Beispiele aus der Praxis zeigen die gemeinsamen Schritte zur Umsetzung. Eltern und Fachkräfte aus Kindertagesstätte und Schule informierten  gemeinsam über den Bildungs- und EWrziehungsplan, der Bildung und Erziehung eines Kindes als gemeinsame Aufgabe von Eltern und Erzieherinnen und Lehrerinnen definiert.

Wenn Bildung und Erziehung als sozialer Prozess verstanden wird, den alle aktiv mitgestalten: neben Fach- und Lehrkräften vor allem die Eltern und auch das Kind selbst,  ergibt sich die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen allen Beteiligten, um die Verantwortung für die Erziehung und Bildung eines Kindes gemeinsam zu tragen.

In der Familie fangen Bildung und Erziehung an. Erst später kommen Krippe oder Tagespflege, Kindertagesstätte oder Schule hinzu. Nach Ausführungen von Prof. Dr. Wassilios Fthenakis, dem Hauptreferenten des Abends, greift der Bildungsplan die Erkenntnisse in die Bedeutung der frühen Kindheit für das Lernen auf. Die maßgebliche Bedeutung der Erfahrungen und der Lernprozesse der Kinder schon von Geburt an für deren gesamte Entwicklung sind zentrale Grundlage des Bildungsplans.

Im Mittelpunkt des neuen Bildungsplans stehe das Kind, eigentlich ein uralter Anspruch der Pädagogik. Die kindlichen Kompetenzen zu stärken, ihm den Zugang und Umgang mit der Vielfalt des Lebens und der Welt zu weisen und es gleichzeitig widerstandsfähig und belastbar zu machen auch mit Enttäuschungen umzugehen und dennoch nicht aufzugeben, sei eine der Grundintentionen des Bildungsplans.

Es gehe vor allem darum, schon früh die Stärken eines Kindes zu stärken, das Lernen zu lernen und das Risiko des Scheiterns zu minimieren. Um dies zu erreichen, plädiere der Bildungsplan für ein Lernen durch Zusammenarbeit, in dem Lernprozesse von Kindern und Fachkräften, dies sind Eltern, Erzieherinnen und Lehrer, gemeinsam entwickelt werden. Die bloße Aneignung von Fakten sei noch keine Bildung, so Fthenakis. Erst in der „Ko-Konstruktion“ von entdecken, erkennen, erforschen, sich mit anderen austauschen, entwickle sich für das Kind eine neue Sinndeutung des Gesehenen und Erlebten, die soziale Interaktion, das Miteinander, sei der Schlüssel zur „Wissens- und Sinnkonstruktion“, zur Erschließung von Bedeutung. Hierbei sei der Erwachsene als Partner wichtig.

Eltern und Fach- und Lehrkräfte erfuhren durch Beispiele aus der Praxis, wie auf der Grundlage der Philosophie des Plans, ein Erfahrungs- und Informationsaustausch stattfinden kann, der auf Dialog ausgerichtet ist und zwischen allen Beteilgten auf Augenhöhe stattfinden kann. Bei allen Überlegungen, ob in der Familie oder in der Institution oder gemeinsam, soll das Kind im Mittelpunkt stehen und ihm sollen Bildungsangebote gemacht werden, von denen es profitieren kann und die es in seiner Entwicklung unterstützen und stärken.

Das gelingt am besten, wenn sich die Bildungsorte absprechen und ihre Erziehungsziele und Erziehungsbemühungen absprechen und Erziehungsprozesse gemeinsam zu gestalten. Viele Kitas und Schulen sind schon dabei, Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit den Eltern einzugehen, ….wie die Beispiele gezeigt haben. Jetzt gilt es weitere Formen zu entwickeln.

„Ohne Eltern geht es nicht“

Informationsveranstaltung  mit Prof Dr. Wassilios Fthenakis für Eltern in Kindergärten und Grundschulen zum Bildungs- und Erziehungsplan  für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen am Donnerstag, dem 25. März 2010,19.00 – 21.30 Uhr im Parkhotel Kolpinghaus Fulda, Goethestraße 13.

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