Fulda/New York. Zur 54. Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen (UN), die vom 01. – 12. März 2010 im Hauptquartier der UN in New York tagte, hat das Fuldaer Forschungs- und Ausbildungsinstitut Center for PROFS, das bei den Vereinten Nationen mit Beraterstatus akkreditiert ist, interessierten Frauen aus Deutschland im Rahmen eines Mit-Reiseprojektes die Teilnahme an der hochrangigen Konferenz ermöglicht. 6 Tage lang hatten die Teilnehmerinnen Gelegenheit, die Beratungen der Regierungsdelegierten von 192 UN Mitgliedsstaaten zu verfolgen.
Dabei ging es darum, 15 Jahre nach der Weltfrauen-konferenz in Peking Bilanz zu ziehen über Fortschritte, Stagnation und auch Rückschritte bei der tatsächlichen Sicherstellung gleicher Rechte für Frauen weltweit. Gemeinsam mit weiteren deutschen Vertreterinnen von nationalen und internationalen Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO), wie u.a. Deutscher Frauenrat, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Plan International Deutschland, Europäische Frauenlobby, Soroptimist International, UNIFEM, war das Fuldaer Team eingeladen zu Treffen mit den Delegierten der Bundesregierung.
Im direkten Gespräch mit dem Delegationsleiter, dem parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues, konnten dabei Anregungen der NRO-Vertreterinnen in Bezug auf konkrete Maßnahmen der Bundesregierung zur Gleichstellung von Frauen thematisiert werden.
Bei der 54. Sitzung der Frauenrechtskommission ging es vor allem darum, Ansätze, Methoden und Maßnahmen – sogenannte best practices – auszumachen, die seit der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking in 1995 konkret dazu beigetragen haben, die Gewalt gegen Frauen, Verletzung der Menschenrechte von Frauen, Frauenarmut und weitere Formen der Diskriminierung von Frauen zu reduzieren.
Mit dem Fulda-Mosocho-Projekt hat das Center for PROFS unter Leitung von Prof. Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe eines der weltweit erfolgreichsten Programme zur Überwindung von Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) an Mädchen entwickelt, das zusammen mit der gemeinnützigen Organisation LebKom in Kenia durchgeführt wird und zugleich zur Verwirklichung der Menschenrechte für Frauen geführt hat.
RegierungsvertreterInnen und Nichtregierungsorganisationen zeigten sich nachhaltig beeindruckt von der Arbeit des Projektes und äußerten großes Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Ziel, auf nationaler und internationaler Ebene weitere Anti-FGM–ExpertInnen auszubilden: Deren Aufgabe ist, gemeinsam mit den Menschen afrikanischer Ethnien, in denen weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird, tragfähige Lösungen zur Überwindung dieser grausamen Tradition umzusetzen.
Die Überwindung dieser tiefgreifenden Menschenrechtsverletzung an Frauen (weltweit sind ca. 150 Mio. Frauen betroffen) wurde auf UN-Ebene als Schlüsselaufgabe zum Erreichen tatsächlicher Geschlechtergleichberechtigung (Gender Equality) erkannt. Ihr kommt bei den Bemühungen der Staatengemeinschaft zur Beschleunigung dieses Prozesses zentrale Bedeutung zu.
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon machte in einer Rede deutlich, dass die Überwindung der weiterhin vorherrschenden Ungleichbehandlungen von Frauen und damit die Umsetzung der durch die 192 Mitgliedsstaaten unterzeichneten Selbstverpflichtungen der Pekinger Aktionsplattform das vorrangige Ziel aller Bemühungen der Vereinten Nationen international und ihrer Mitgliedsstaaten auf nationaler Ebene sein müsse.