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Aktion Brasilien – 10.000 Euro für den Wiederaufbau in Chile bereitgestellt

100316_SpendeFulda. Nach den schweren Erdbeben in Haiti ist eine weltweite Welle der Hilfsbereitschaft angelaufen. Unzählige Organisationen helfen beim Wiederaufbau, viele veranstalten hierzulande besondere Aktionen. Vom schweren Erdbeben und dem kurz darauf folgenden Tsunami in Chile berichteten die Medien ebenfalls doch eine weitere große Spendenwelle kann nicht erwartet werden. Der Diözesanvorstand des Kolpingwerkes hat sich daher entschlossen, für den Wiederaufbau in diesem südamerikanischen Land 10.000 Euro aus den Mitteln der Aktion Brasilien zur Verfügung zu stellen.

„Wir wollen damit besonders den Wiederaufbau von Ausbildungszentren des chilenischen Kolpingwerkes unterstützen.“ betont Steffen Flicker, Diözesanvorsitzender des Kolpingwerkes im Bistum Fulda. „Nach den uns vorliegenden Informationen sind fast alle Kolping-Ausbildungs- und Sozialzentren vom Erdbeben betroffen. Eines der größten Zentren in Valparaíso im Nordwesten der Landeshauptstadt Santiago am Meer gelegen, soll unsere besondere Unterstützung erfahren“ erläutert Stefan Sorek, Geschäftsführer des Kolpingwerkes und verantwortlicher Aktionsleiter der „Aktion Brasilien“ im Bistum Fulda.

Das Kolpingzentrum in Valparaíso ist für sehr viele Menschen eine wichtige Anlaufstelle. Neben der Berufsausbildung von jungen Menschen erfahren hier viele Familien und Kinder tagtäglich Unterstützung für das tägliche Leben. Das alles ist durch das Erdbeben vorerst nicht mehr möglich und so ist der schnelle Wiederaufbau hier besonders wichtig, damit die sozialen Strukturen wieder hergestellt werden können.

Weitere Informationen, Bilder und ein erster Videobericht dazu ist im Internet unter www.Aktion-Brasilien.de bereit gestellt.

Aktion Brasilien – Kleidersammlung 2010

100316_BrasilienZum 38. Mal werden am 17. April in der Region Fulda und am 24. April im Main-Kinzig-Kreis und in Nord- und Oberhessen wieder viele Helfer für die „Aktion Brasilien“ in den Straßen der Städte und Gemeinden unterwegs sein. Sie engagieren sich gegen die Benachteiligung der ärmeren Bevölkerungsschichten in den unzähligen Entwicklungsgebieten unserer Erde. Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Kleiderspende die wichtigen Aufgaben der Aktion Brasilien im Bistum Fulda.

Hinweise zur Sammlung in Ihrer Region entnehmen Sie bitte unbedingt den örtlichen Bekanntmachungen. Erstmals wird begleitend zu dieser großen Sammelaktion im Bistum Fulda ein neues Informationsblatt herausgeben. Damit soll die wichtige Arbeit der Aktion Brasilien besser vorgestellt werden. Das Informationsblatt kann auch im Internet angesehen werden.

Mit 62.000 Euro konnte Viel bewirkt werden

Im vergangenen Jahr wurden mit 62.000 € mehrere Projekt durch die Aktion Brasilien unterstützt.

Brasilien: Mit dem Betrag von 31.500 € konnten unter anderem drei verschiedene Projekte in Brasilien finanziell Hilfe erfahren. Im Nordosten Brasiliens im Bundesstaat Piauí ist ein „Restaurant für jedermann“ eröffnet worden. Das Projekt ist abschließender Bestandteil eines dreistufigen Konzeptes welches die brasilianischen Freunde in Piauí entwickelt hatten. Bildung, Arbeit und Einkommen wurden in mehreren nachhaltigen Projekten vereint und sichern erfolgreich das Leben von Familien.

Ein Betrag von 10.000 € wurde für den Aufbau des Bundesstaatenbüros in Mato Grosso do Sul (Westbrasilien) eingesetzt. Der aus dem Bistum Fulda stammende Pfr. Hans Henning ist hier tätig und schilderte in den letzten Jahren immer wieder die Notwendigkeit dieses Projektes. Die Koordinierung der vielen Einzelprojekte in diesem riesigen Bundesstaat ist sehr wichtig und zudem können Kontakte zu politischen Institutionen verbessert werden. Ende des vergangenen Jahres wurde das Büro eingeweiht und konnte die Arbeit effektiv beginnen.

Die Finanzierung einer Koordinatorenstelle in Fortaleza im  Nordosten Brasiliens, erfolgte ebenfalls aus Mitteln der Aktion Brasilien. Das Aufgabengebiet umfasst unter anderem die Verwaltung und Begleitung des Wasserprogramms in vier Bundesstaaten. Hierzu gehören der Bau von Wasserzisternen und Installation von Handwasserpumpen sowie die Aufbereitung der Abrechnungen für Spender und öffentliche Stellen.

Kamerun: In Kamerun konnten wir mit einem Betrag von 29.000 € den zweiten Teil vom Aufbau der Adolph-Kolping-Handwerkerschule unterstützen. Schon im Jahr 2008 wurden 28.000 € für den Start des Projektes aus der Aktion Brasilien eingesetzt. Der Initiator des Projektes ist Pfr. Michel Mvomo, der zurzeit an der Theologischen Fakultät in Fulda promoviert und vielen von den Gottesdiensten und der Mitarbeit in verschiedenen Pfarreien des Bistums bekannt ist.

Mit dem Aufbau der Handwerkerschule soll die Berufsausbildung von Waisen- und Straßenkindern aus der Umgebung von Yaoundé zur Existenzsicherung ermöglicht werden. Die Bevölkerung in Kamerun wächst erheblich. Gleichzeitig sterben viele Eltern vor allem an Aids und hinterlassen Waisenkinder, die oft zu Straßenkindern werden, weil die Familie nicht für sie sorgen kann. Die Landflucht besonders junger Leute in die Großstädte stellt ein weiteres Problem dar, da die jungen Leute in Yaoundé keine Arbeit finden.

Selbst nach einer mehr oder weniger guten Schulausbildung finden Jugendliche meist keine Arbeit und bekommen so keine Chance für eine gesicherte Zukunft. Sie rutschen zwangsläufig in die Kleinkriminalität ab. Durch die schrittweise Errichtung der Schule und den Beginn von ersten Ausbildungsmaßnahmen kann inzwischen auf eigene Erfahrungswerte aufgebaut werden, da es in Kamerun bisher kein vergleichbares Schul- und Ausbildungskonzept gibt.

Anfang diesen Jahres wurde die Handwerkerschule von der Regierung offiziell genehmigt und darf jetzt den Ausbildungsbetrieb aufnehmen berichtete Pfr. Michel vor wenigen Tagen. Insgesamt sollen 10 Klassenräume entstehen und die entsprechenden Sanitäranlagen gebaut werden. Die Schüler selbst wirken an der Entstehung der ersten Werkstätten für Schreinerei, Schlosserei und Kfz-Reparaturen mit. Im Bereich Landwirtschaft arbeiten die ersten Schüler auf einer 3-Hektar großen Plantage, deren Erträge für die Ernährung der Schüler und für den Verkauf bestimmt sind. Ebenso wird auf einem separaten Grundstück mit der Viehzucht begonnen.

Deutschland: Mit einem Betrag von 1.500 € förderte die Aktion Brasilien im Jahr 2009 auch ein innovatives Projekt der „Hilfe zur Selbsthilfe“ in Hünfeld. Die Kolpingsfamilie Hünfeld gründete Anfang des Jahres einen Familienfond. Der Fonds stellt schnell und unbürokratisch Geld für kleinere Hilfsmaßnahmen zur Verfügung, wo andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind oder nicht so schnell greifen. Diese Hilfe soll Ausgrenzungen durch Armut besonders für Familien verhindern oder mildern.

Die „Aktion Brasilien“ ist eine Gemeinschaftsaktion von Pfarrgemeinden, Jugendgruppen, und katholischen. Verbänden wie KAB und Kolping zur Unterstützung der weltweiten Sozial- und Entwicklungsarbeit. Seit 1973 die Aktion mit großem Engagement durchgeführt, das Kolpingwerk hält die Federführung inne. Seit Beginn der „Aktion Brasilien“ wurden ca. 18.000 Tonnen Altkleider gesammelt und ein Erlös von rund 4,5 Millionen Euro erzielt. Mit diesem Geld konnte der Aufbau und der Erhalt unzähliger Sozialprojekte gewährleistet werden.

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