Hünfeld. Leben und Wirken des Geisaer Ehrenbürgers Werner Deschauer standen im Mittelpunkt einer eindrucksvollen Lesung mit Buchpräsentation in der Seniorenresidenz Seniana. Residenzleiter Hans-Karl Diederich freute sich, den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern diese besondere Veranstaltung bieten zu können, die auch die Partnerschaft zwischen Geisa und Hünfeld berühre. Unter den Gästen begrüßte Diederich unter anderem Peter Günther und Sylvia Möller als Kuratoriumsmitglieder der Werner Deschauer Stiftung sowie Hünfelds Ersten Ehrenstadtrat Willi Vogt. Der Dank des Residenzleiters für die Initiative zu dieser Lesung galt Seniana-Mitarbeiter Chris Heumüller, der die Verwaltungsleitung im neuen St. Ulrichheim übernimmt.
Peter Günther, ehemaliger Geisaer Bürgermeister und nun Erster Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, unterstrich die Verbundenheit zwischen Hünfeld und Geisa. Außerdem dankte er noch einmal für die wirkungsvolle „Erste Hilfe“, mit der die Haunestadt seine Heimatkommune „nach der Wende unterstützt hat“. Günther ging auf das Buch „Werner Deschauer – von Ost nach West und zurück“ ein, das die bewegende Vita des 1935 geborenen Geisaers erzählt.
Gespannt wird ein Bogen von seiner Kindheit und Jugend in Geisa über die Flucht 1957 mit Bruder Hubert in den Westen sowie die gemeinsame Gründung des Unternehmens Deschauer in Bochum bis hin zur Wiederkehr in die Heimatstadt nach der Grenzöffnung. Günther erläuterte, wie sehr Deschauer gemeinnützige Projekte in Geisa und Umgebung durch seine Stiftung mittrage. „In bisher fast zwölf Jahren konnte die Stiftung etwa 750000 Euro an Fördergeldern vergeben“, betonte Günther.
Neben anderen Vorhaben zur Stadtgestaltung habe man die Sanierung des Geisaer Schlosses mit einem erheblichen finanziellen Beitrag begleitet. Ein wichtiges Anliegen sei außerdem die Vereinsförderung. „Seit vielen Jahren unterstützt die Werner Deschauer Stiftung nicht zuletzt die Gedenkstätte ,Point Alpha’ sowie die Point Alpha Stiftung“, erklärte der Kuratoriumsvorsitzende.
Die eigentliche Lesung gestaltete dann Sylvia Möller. Sie stellte Passagen aus dem Buch so vor, dass das Zuhören eine große Freude war. Das Publikum bekam einen guten Einblick in verschiedene Lebensphasen Deschauers, der mit Mut, Weitblick und Durchhaltevermögen seinen Weg gegangen ist. Ebenfalls deutlich wurde, dass der Erfolg des Lebensmittel-Unternehmens Deschauer ohne die vertrauensvolle „Arbeitsgemeinschaft“ aus den beiden Brüdern, ihrer Mutter Elisabeth Deschauer und Werners Ehefrau Anneliese nicht möglich gewesen wäre. Sylvia Möller wurde für die gewinnende Art der Präsentation mit viel Beifall gewürdigt. Diederich überreichte ihr einen Blumenstrauß und betonte, Geisa könne sich glücklich schätzen, einen Ehrenbürger wie Deschauer zu haben.
Das etwa 200 Seiten starke Buch ist ein Geschenk an die Geisaer Stiftung sowie an die Werner und Anneliese Deschauer Stiftung Zisterzienserkloster Stiepel, Bochum: Beiden kommt der Verkaufserlös dieser Zeitzeugen-Erinnerungen zu. Das lesenswerte Werk ist für 20 Euro zum Beispiel im Bürgerbüro des Geisaer Rathauses erhältlich.